Ferien für Alleinerziehende Erholung für Mama

01.06.2018

Wenn sich jemand Urlaub verdient hat, dann Mütter oder Väter, die ihre Kinder ohne Partner erziehen müssen. Darum macht die Alleinerziehendenseelsorge im Erzbistum München und Freising für diese Familien besondere Ferienangebote, wie jetzt zu Pfingsten.

Erholt für Alltag: Manuela mit ihren vier Kindern, die sie alleine erzieht.
Erholt für Alltag: Manuela mit ihren vier Kindern, die sie alleine erzieht. © SMB/Fleischmann

Der dreijährige Milo kuschelt sich an seine Mama, die entspannt den Arm um ihn legt und ihn sanft streichelt. Daniela ist alleinerziehend und genießt den Erholungsurlaub, den das Erzbistum München und Freising gezielt für Familien anbietet, in denen der Papa oder die Mama fehlt. Es sind nicht die ersten Ferien, die Daniela mit Milo verbringt, aber bisher die schönsten: „Ich bin mir in den letzten Jahren im Urlaub etwas blöd vorgekommen, wenn lauter Pärchen mit Kindern da waren und ich die einzige ohne Mann.“ Hier genießt sie es dagegen, mit Familien zusammen zu sein, die in derselben Lage sind und sich nicht ausgegrenzt zu fühlen. Denn mit ihr zusammen sind elf weitere Mamas in Südtirol und 17 Kinder.

Einfach einmal auf die Liege legen

Die Buben und Mädchen toben an diesem Nachmittag im Swimmingpool, kickern oder üben für den bunten Abend, den sie zum Abschied miteinander feiern. Kinderbetreuer achten darauf, dass nichts passiert und Manuela kann endlich einmal nur entspannt zuschauen, wie sich ihre vier Kinder wohl fühlen. „Da kann sie sich erholen und einfach mal auf die Liege legen“, erklärt der neunjährige Elias verständnisvoll. Manuela hat niemanden, der ihr sonst die Erziehungsarbeit einmal abnimmt, den Einkauf erledigt oder die Wäsche macht: „Für mich bedeutet das Herunterkommen vom Alltag, Stress abbauen und einmal Zeit für jedes einzelne Kind zu haben.“ In diesem Urlaub hat sie mit jedem ihrer drei Mädchen und Elias ganz alleine etwas unternommen. Dass Manuela „jedes Problem, das die Kinder haben, alleine lösen muss“, macht ihr besonders zu schaffen. Deshalb tut es ihr auch besonders gut, sich hier mit den anderen Müttern austauschen zu können. Genauso wie die Gespräche, die spirituellen Impulse oder die Gottesdienste mit der Gruppe. Dass sich die Familien an Leib und Seele wohlfühlen, dafür sorgt Susanne Ehlert.

Verwundet nach der Trennung

Sie ist die Leiterin der Alleinerziehenden-Seelsorge im Erzbistum München und Freising. Die Menschen, die zu ihr kommen „sind nach Trennung und Scheidung oft wund und wir wollen behilflich sein, etwas heiler zu werden, mit dem Leben wieder besser zurecht zu kommen“. Das Angebot von Susanne Ehlert und ihrem Team reicht dabei vom Geburtsvorbereitungskurs bis zur Rechtsberatung oder eben auch zu bezuschussten Ferienfreizeiten. Denn einen Urlaub mit ihren Kindern könnten sich viele Alleinerziehende sonst gar nicht leisten. In Südtirol hat Susanne Ehlert dieses Mal prominente Unterstützung bekommen. Generalvikar Peter Beer hat die Gruppe begleitet. Fast zehn Tage lang stand der Prälat mit den Buben und Mädchen am Kicker, hat während der Bergwanderungen Kinder geschleppt und den Müttern viel zugehört. Beim bunten Abend bekommt er zum Abschied wie alle anderen ein kleines Herz aus Holz als Erinnerung übereicht. Dabei darf jeder sagen, was ihm am besten in diesen Ferien gefallen hat. Dass er vom Schreibtisch weggekommen sei und das entgegengebrachte Vertrauen, erzählt der Prälat. Als Manuelas 12jährige Tochter Sara an der Reihe ist, sagt sie nur die „die Zweisamkeit mit der Mama“ und kuschelt sich an sie.

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Zum Nachhören

Reportage über Alleinerziehenden-Urlaub im Münchner Kirchenradio.

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Der Autor
Alois Bierl
Radio-Redaktion
a.bierl@st-michaelsbund.de


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