Sankt Michaelsbund Erinnerung an Erich Jooß

02.11.2017

Bis 2011 leitete Erich Jooß unser katholisches Medienhaus. Am Wochenende ist der promovierte Germanist überraschend verstorben. Susanne Holzapfel von der Münchner Kirchenzeitung erinnert sich an ihren langjährigen Chef.

Dr. Erich Jooß (1946-2017)
Dr. Erich Jooß (1946-2017) © SMB

Man hat ihn gehört, bevor man ihn gesehen hat. War sozusagen vorgewarnt, dass er demnächst durch die offene Bürotür kommen würde und vermutlich auch dieses Mal grußlos zwar, aber dennoch freundlich, fragen würde; „Wie geht’s?“ Noch stand er zwei Türen weiter bei den Damen aus dem Vertrieb und erkundigte sich nach deren Befinden. Und der Kollege, der am Büro vorbeikam informierte zusätzlich: „Der Jooß kommt.“ Nur um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Eine wirkliche Warnung war damit nicht verbunden, kein Zittern vor dem Chef, kein mulmiges Gefühl beim Erscheinen des Herrn Direktors, sondern einfach nur eine harmlose Mitteilung vergleichbar etwa mit „Der Kaffee ist durchgelaufen“.

„Der Jooß“, das war der Mann der von 1984 bis 2011 den Sankt Michaelsbund geleitet hat und der jetzt ganz überraschend im Alter von 71 Jahren gestorben ist. Viele hier im Haus haben ihn lange gekannt, haben ihre ganz eigenen Erinnerungen an diesen Mann, den man jetzt in den Nachrufen sehr zu Recht einen Medienprofi nennt, einen Buch-Liebhaber und engagierten Katholiken. Keine Frage: „Der Jooß“ war hier der Chef, daran hat er nie einen Zweifel gelassen. Allerdings war er einer, der immer gewusst hat, dass ein Trainer nur dann Erfolg haben kann, wenn er seine Spieler dort agieren lässt, wo sie ihre Talente entfalten können. Genau so einer war „der Jooß“. Immer auf dem laufenden, immer beteiligt, aber auch immer darauf vertrauend, dass seine Mitarbeiter im Zweifel nicht weniger Ahnung von der Materie hatten als er selbst.

Geselliger Mensch

Dr. Erich Jooß war ein Lenker, der die Fäden zusammengehalten oder sie auch so manches Mal im Hintergrund gezogen hat. Er hat Verantwortung getragen für das Gesamte, sie in Teilbereichen aber auch abgegeben, wenn es geboten war. Daneben war der gebürtige Schwabe ein geselliger Mann, der viele Menschen aus Kirche, Politik und Medien kannte und der sich immer darum gekümmert hat, das katholische Medienhaus sichtbar zu machen, für dessen Existenz zu kämpfen und es weiterzuentwickeln. 2011 hat Erich Jooß den Sankt Michaelsbund verlassen, wollte nach einem arbeitsreichen Berufsleben mehr Zeit haben für Familie, Hobbies und wohl auch für sich selbst. Leider war ihm davon nur sehr wenig vergönnt. Der Sankt Michaelsbund und seine Mitarbeiter trauern um einen Mann, dem sie viel zu verdanken haben.

Die Autorin
Susanne Holzapfel
Münchner Kirchenzeitung
s.holzapfel@st-michaelsbund.de


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