Kirchenzeitung unterstützt Suche nach Gemälden Ersatz für verschollenes Altarbild gestiftet

02.02.2017

In der Pfarrkirche St. Martin wird seit vielen Jahren erfolglos nach verschollenen Gemälden aus den Seitenaltären gesucht. Nun wurde ein neues Altarbild gestiftet. Dabei hat die Münchner Kirchenzeitung eine große Rolle gespielt.

Das neue Altarbild zeigt die Muttergottes mit dem Kind - ebenso wie eines der vermissten Bilder.
Das neue Altarbild zeigt die Muttergottes mit dem Kind - ebenso wie eines der vermissten Bilder. © Kiderle

Oberneuching – Die Rührung war an diesem Tag in Oberneuching (Dekanat Erding) vielen ins Gesicht geschrieben. Allen voran Mesner Albert Kressirer, der seit mehr als 17 Jahren nach zwei verschollenen Gemälden aus den Seitenaltären der Pfarrkirche St. Martin sucht. Ein Aufruf in der Münchner Kirchenzeitung brachte zwar nicht den erhofften Erfolg, jedoch adelige Unterstützung: Sophie Elisabeth Gräfin von Montgelas, geborene Fürstin von Wrede, und Graf Tassilo von Montgelas schenkten der Pfarrei ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, das die Muttergottes mit dem Kind zeigt – ebenso wie eines der vermissten Bilder. '

Bild stammt aus Familienbesitz

Bei einem Wortgottesdienst und dem anschließenden Neujahrsempfang hat sich die Pfarrei nun bei den beiden bedankt. „Wir haben mit Ihnen großzügige Leute kennengelernt, die gerne etwas verschenken. Aber das eigentliche Geschenk ist Ihre Anwesenheit, die uns bereichert. Da ist etwas Gutes gewachsen“, betonte Dekan Michael Bayer, Leiter des Pfarrverbands Neuching-Ottenhofen.

„Die beiden Bilder, die ihr sucht, haben wir natürlich nicht“, räumte Graf Tassilo von Montgelas beim Empfang ein, „aber vielleicht finden wir hier eine Heimat für unser Bild.“ Es stamme aus dem Familienbesitz der Gräfin. „Meine Tante lebte in Pähl und war Hebamme. Sie ist noch mit dem Pferd aufs Land geritten um Frauen bei der Geburt zu helfen. Als sie starb, hat sie mir dieses Bild überlassen“, erzählt seine Frau Sophie Elisabeth. „Wir freuen uns, dass es so einen wunderschönen Platz bekommen hat. Wir bedanken uns sehr, dass das Bild und auch wir so nett aufgenommen worden sind in dieser wunderbaren Gemeinde."

Gräfin und der Graf von Montgelas haben aus der Kirchenzeitung von den vermissten Bildern erfahren. Auch die Lokalzeitungen haben das Thema später aufgegriffen.
Gräfin und Graf von Montgelas haben aus der Kirchenzeitung von den vermissten Bildern erfahren. Auch die Lokalzeitungen haben das Thema später aufgegriffen. © Kiderle

Eine Freundschaft hat sich entwickelt

Als die Gräfin und der Graf von Montgelas, beide eifrige und langjährige Leser der Münchner Kirchenzeitung, den Aufruf zur Suche nach den Bildern gelesen haben, berichten sie, waren sie von der persönlichen Schilderung und dem Engagement des Mesners so angetan, dass sie zum Telefon griffen und Albert Kressirer kontaktierten, um der Pfarrgemeinde ihr Bild anzubieten. Albert Kressirer erinnert sich noch gut daran, als Ende August bei ihm das Telefon klingelte: „Das Angebot war von Anfang an sehr interessant. Nachdem mir der Graf von Montgelas per E-Mail Fotos des Bildes zukommen lies, besprach ich den Vorschlag mit unserem Dekan.“

Dem Mesner hat das Bild von Anfang an gut gefallen und er sieht darin einen großen Teilerfolg. „Außerdem hat sich zu der Gräfin und dem Grafen ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt“, freut er sich. Die Wohltäter ließen das Bild noch restaurieren, bevor sie es nach Oberneuching brachten. Gemeinsam mit Dekan Bayer suchte Mesner Kressirer in der Pfarrkirche nach dem richtigen Platz. Heute ziert es die Turmseite des Altarraumes.

Die Spurensuche nach den vermissten Bildern geht aber dennoch weiter: „Ich habe weitere Zeitzeugen befragt und Gespräche mit dem Kunstreferat der Erzdiözese geführt, für dessen Unterstützungsangebot ich mich sehr herzlich bedanke“, berichtet der Mesner. Und auch sein Sohn Sebastian, der dieses Jahr zur Erstkommunion gehen darf, sich schon aufs Ministrieren freut und wie der Papa selbst einmal Mesner werden möchte, unterstützt seinen Vater nach Kräften. (Karin Basso-Ricci)


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