Bundestagswahl Erst nachdenken, dann wählen

09.09.2021

Herkömmlicher Wahlkampf ist für viele junge Wähler uninteressant. Die Kolpingjugend versucht deshalb mit einer neuen Methode, junge Erwachsene an die Wahlurne zu locken.

© IMAGO / photothek

Die Wahlstatistik zeigt es nach jedem Urnengang: Junge Menschen gehen weniger zur Wahl als die älteren. Und die Wahlmüdigkeit der Jungen könnte schon in naher Zukunft ein echtes Problem werden, denn die Gesellschaft wird durch den demografischen Wandel deutlich älter. Es wird also immer mehr ältere Wähler geben und die jüngeren werden weniger. Da wird es erst recht wichtig sein, möglichst viele junge Erwachsene zu bewegen, ihre Stimme abzugeben. Die Kolpingjugend im Erzbistum München und Freising hat sich deshalb zur Bundestagswahl im September etwas Neues einfallen lassen, um jungen Leuten das Wählen schmackhaft zu machen. Im Rahmen des Jahresmottos der Kolpingjugend „Gleiche Stimme?! Mitbestimmung in Religion, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik“ will man die Jungwähler dazu bewegen, darüber nachzudenken, wie man selbst Politik gestalten würde.

Wer eine politische Meinung hat, will auch mitbestimmen

Dazu liefen bereits seit Ende Juni auf der Homepage und den Social-Media-Kanälen der Kolpingjugend Umfragen, die sich unabhängig von Bildung und sozialem Status an ein möglichst breites Publikum richteten, erklärt Diözesanleiterin Monika Pauli. „Jugend wählt 2021“ heißt die zentrale Aktion zur Bundestagswahl. Es ist die erste Wahlinitiative der Kolpingjugend in rein digitaler Form, ergänzt Diözesanleiterin Antonia Germayer. In den Umfragen würden junge Leute ermuntert, über politische Fragestellungen nachzudenken und ihre eigenen Antworten dazu zu entwickeln. Damit wolle man eine Auseinandersetzung mit der Politik fördern, die sich nicht automatisch an Parteien und ihren Wahlprogrammen orientiert, so Pauli. Wer selbständig über Politik nachdenkt, werde auch an der Bundestagswahl teilnehmen, hoffen die Macher der Umfragen im Diözesanen Arbeitskreis der Kolpingjugend. Und auch der Jugendverband selbst möchte vom Meinungsbild, das durch die Umfragen entsteht, profitieren. Die Ergebnisse sollen nicht verpuffen, so Pauli. Man werde sich damit aktiv in den Gremien auseinandersetzen, um „unsere Arbeit an die Bedürfnisse der Kolping-Jugendlichen in unserem Diözesanverband anzupassen“.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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