Kirche und Sport Erstmals ist eine Frau für katholische Sportseelsorge zuständig

25.05.2018

Vier Jahre war die Stelle der Sport-und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz vakant. Nun wird die Bochumer Pastoralreferentin Elisabeth Keilmann die Position besetzen.

Elisabeth Keilmann ist Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz.
Elisabeth Keilmann ist Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz. © DJK Sportverband

Bonn/Langenfeld – Nach vier Jahren Vakanz besetzt die Bochumer Pastoralreferentin Elisabeth Keilmann (56) die Stelle der Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz. Zugleich wird sie Geistliche Bundesbeirätin im DJK-Sportverband, wie die beiden Organisationen am Freitag in Bonn und Langenfeld mitteilten. Erstmals bekleidet eine Frau die Position der katholischen Sportseelsorge in Deutschland.

"Ich finde, Sportseelsorge ist ein sehr wichtiges pastorales Handlungsfeld. Sport hat in unserer Gesellschaft eine große Bedeutung", sagte die bisherige DJK-Vizepräsidentin im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Kirche sei ein wichtiger Partner für den Sport, "aber auch ein wichtiger Anwalt für die menschliche Würde".

Ökumenische Zusammenarbeit

Die DJK-Präsidentin Elsbeth Beha begrüßte die Neubesetzung durch Elisabeth Keilmann. "Als der katholische Sportverband in Deutschland mit fast einer halben Millionen Mitglieder, der seine Rolle als Mittler auf der Brücke zwischen Kirche und Sport sieht, war es uns ein großes Anliegen, dass die seit 2015 vakante Stelle des DJK-Bundesbeirates wieder in Personalunion mit der Stelle des Sport-und Olympiaseelsorgers besetzt wird", erklärte Beha. Nun freue sie sich, mit Keilmann die Zusammenarbeit von Kirche und Sport weiter voranzutreiben.

Sport- und Olympiaseelsorge

Die deutsche Olympiamannschaft wird seit mehr als 40 Jahren bei Sommer- und Winterspielen von einem ökumenischen Seelsorgerteam begleitet. Ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher bieten den Athleten, Trainern und Betreuern Gesprächsmöglichkeiten und Gottesdienstbesuche an. Auch bei den Paralympischen Spielen stellen die beiden großen Kirchen ein Seelsorgerteam, das den Sportlern mit Behinderung zur Seite steht. Bei den Universiaden, den Weltsportspielen der Studenten, reisen meist auch Seelsorger mit.

Der evangelische Olympiapfarrer Thomas Weber wünschte seiner neuen Kollegin "alles Gute und Gottes Segen". Er kenne sie schon seit vielen Jahren durch eine gemeinsame Tätigkeit im Arbeitskreis Kirche und Sport. "Unsere Arbeit als Olympia-Seelsorger war immer schon ökumenisch ausgelegt. Nun ist es ein weiteres gutes Zeichen der Kirchen, wenn wir mit einem Team aus Mann und Frau auftreten und gemeinsam wirken können", so der Pastor aus Gevelsberg. Zudem spürten die Verantwortlichen der DJK mit der Neubesetzung des Geistlichen Beirates nun endlich wieder Unterstützung von der kirchlichen Führungsspitze.

Besetzung war schwierig

Aushilfsweise wurden in der Vakanz für die olympischen und paralympischen Wettkämpfe Pfarrer angefragt. Der Sportbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters, äußerte sich zuletzt dankbar, dass bisher die Begleitung bei den Spielen immer wieder sichergestellt werden konnte.

Der katholische Olympiapfarrer bei den vergangenen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang, Jürgen Hünten, äußerte sich auch positiv darüber, dass nun eine Kontinuität bei den wichtigen Aufgaben der Sportlerseelsorge einkehre. Der Düsseldorfer Hochschulpfarrer ergänzte: "Eine Frau in dieser Position bietet die Chance, dass auch mal ein anderer Blickwinkel eingenommen wird."

Zur Person

Elisabeth Keilmann ist am 3. Dezember 1961 geboren, verheiratet und hat keine Kinder. Sie studierte an der Ruhr-Universität Bochum katholische Theologie. Es folgte die Ausbildung zur Pastoralreferentin und eine Anstellung als solche in Gelsenkirchen-Buer. 2007 wechselte sie in eine Bochumer Pfarrei. Keilmann war seit 2006 als Geistliche Beirätin des DJK-Diözesanverbandes Essen tätig. Seit 1997 ist sie Vertreterin des Bistums Essen im Arbeitskreis Kirche und Sport der Deutschen Bischofskonferenz. Das Ehrenamt als Vizepräsidentin des katholischen Sportverbandes DJK wird Keilmann mit der neuen Stelle als Sportseelsorgerin und Geistliche DJK-Bundesbeirätin ablegen. Sie sitzt als DJK-Vertreterin im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

Die lange Vakanz der Sportseelsorge-Stelle ist zum einen mit der Personalnot der Bistümer begründet. Außerdem machten die Anforderungen an diese sehr spezielle Position eine Besetzung schwierig, weil sie in Personalunion mit dem Geistlichen Bundesbeirat des DJK-Sportverband geführt werden sollte. Keilmann wurde vom Essener Bischof Franz-Josef Overbeck für fünf Jahre freigestellt. (kna)


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