Rätselhafte Technik Erzbistum bedauert Verärgerung über angebliche Spionageanlage

21.03.2018

Generalvikar Peter Beer hat sich zu den technischen Anlagen des Bundesnachrichtendienstes im Liebfrauendom geäußert. Es werde geprüft, ob Zweck der Einrichtung mit einem Gotteshaus vereinbar ist.

Rätselhafte Technik im Liebfrauendom: Gibt es Abhöranlagen?
Rätselhafte Technik im Liebfrauendom: Gibt es Abhöranlagen? © SMB

München – Das Erzbistum München und Freising hat sich zu der angeblich im Nordturm des Münchner Liebfrauendoms installierten Spionageanlage geäußert. "Mit großem Bedauern" nehme man "die Verärgerung von Teilen der Bevölkerung und Katholiken" über dieses Thema zur Kenntnis, teilte die Erzdiözese am Mittwoch in München mit. Generalvikar Peter Beer erklärte demnach: "Leider liegen gegenwärtig keine Unterlagen vor, die eine qualifizierte Aussage darüber zulassen, seit wann diese Einrichtung existiert und welchem Zweck sie dient." Die Verantwortlichen der Metropolitankirchenstiftung am Dom seien sehr darum bemüht, diese Fragen zu klären.

Generalvikar Peter Beer
Generalvikar Peter Beer © EOM

Abhörtechnik wird nicht geduldet

"Sobald dies erfolgt ist, prüfen wir, ob der Zweck der Einrichtung mit einem Gotteshaus vereinbart werden kann", ergänzte Beer. Reine Kommunikationsmittel von Sicherheits- und Rettungsdiensten etwa seien anders zu beurteilen als aktive Abhöranlagen. Nach Kenntnis von Domdekan Lorenz Wolf handele es sich bei den Anlagen um Verstärkerantennen für den Funk, die der Bundesnachrichtendienst (BND) nach bisherigen Angaben nicht mehr nutze. "Ich stehe in Gesprächen mit dem BND, auch über einen Abbau der Anlage. Abhörtechnik würden wir im Domturm nicht dulden."

Das Magazin "Der Spiegel" hatte am vergangenen Wochenende berichtet, im Liebfrauendom befinde sich eine Spionageanlage. Der Katholikenrat der Region München forderte daraufhin deren Abbau. (KNA)


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