Partnerland der Erzdiözese Erzbistum hilft Ecuador im Kampf gegen Corona

23.04.2020

Kardinal Reinhard Marx hat zwei Millionen Euro zur Unterstützung des lateinamerikanischen Lands bewilligt. Das Geld wird genau dort ankommen, wo es benötigt wird.

Leere Straße in Guayaquil, Ecuador.
Das Leben in Ecuador wie hier in Guayaquil steht durch Corona still. © Fabiana - stock.adobe.com

München – Mit einem zwei Millionen Euro umfassenden Paket für Hilfen im Bereich Gesundheit, Bildung und Sozialem will die Erzdiözese München und Freising ihrem Partnerland Ecuador beistehen. Der südamerikanische Staat ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen, wie die Pressestelle des Erzbistums am Mittwoch in München mitteilte. Das Geld sei im Haushalt 2020 eingeplant und solle nun vor allem dafür genutzt werden, auf die Folgen der Pandemie zu reagieren.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gab laut Mitteilung am Dienstag in einer ersten Tranche Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro frei. Weitere 900.000 Euro sollen im Verlauf des Jahres gezielt vergeben werden. "Damit leisten wir einen Beitrag, um die Folgen der Infektionswelle zu lindern, die die Ärmsten besonders hart trifft und soziale Spannungen in dem Land weiter verschärft", sagte Marx.

Geld für Krankenhäuser

Dem Gesundheitssystem in Ecuador droht den Angaben zufolge der Kollaps. Offiziell stünden landesweit gerade einmal 1.183 Plätze auf Intensivstationen zur Verfügung - bei rund 17 Millionen Einwohnern. Von den an Covid-19 Erkrankten seien rund 40 Prozent Ärzte, Pflegepersonal und Techniker von Krankenhäusern. Trotz staatlicher Reformen hätten Teile der Bevölkerung keinen Zugang zum Gesundheitssystem. Zudem seien durch die Wirtschaftskrise im Nachbarland Venezuela Hunderttausende nach Ecuador geflohen. Diese Migranten seien durch die Corona-Krise besonders in ihrer Existenz bedroht.

Einige Diözesen in Ecuador unterhalten kleinere Krankenhäuser mit verschiedenen Fachrichtungen, die mit dem Geld aus Bayern unterstützt werden sollen, wie es heißt. Außerdem sei vorgesehen, Schutzmasken für kirchliche Gesundheitseinrichtungen, Seelsorger und freiwillige Helfer zu beschaffen. Letztere versorgten etwa Menschen in ihren Pfarreien mit Lebensmittelpaketen.

Auch der Diözesanrat der Katholiken steht eigenen Angaben nach in intensivem Austausch mit Vertretern der nationalen Laienorganisation Ecuadors. Für Juni war der Besuch einer Delegation aus Ecuador in München geplant, der nun entfällt. Dabei hätte es vor allem um die in der Amazonas-Synode diskutierten Themen gehen sollen, insbesondere um die Verantwortung für Schöpfung und Umwelt. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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