Menschen in Not Erzdiözese gibt 100.000 Euro für Geflüchtete in Bosnien

03.02.2021

Die Summe wird der Caritas Österreich zur Verfügung gestellt. Sie ist vor Ort im Einsatz. Die Situation dort bleibe aus humanitärer Sicht beschämend, so Kardinal Marx.

Geflüchtete machen Wäsche und baden in einer Schwefelquelle in Sarajevo in Bosnien-Herzegowina im Januar 2021.
Geflüchtete machen Wäsche und baden in einer Schwefelquelle in Sarajevo in Bosnien-Herzegowina im Januar 2021. © IMAGO/Xinhua

München - Die Erzdiözese München und Freising spendet für Geflüchtete in Bosnien 100.000 Euro aus ihrem Katastrophenfonds. Das teilte das Erzbistum am Mittwoch mit. Kardinal Reinhard Marx kritisierte zugleich die unzumutbaren Bedingungen, unter denen die Menschen vor der Außengrenze der Europäischen Union ausharren müssten: "Die Menschen dort sind in größter Not. Als Kirche wollen wir schnell helfen, damit sie einigermaßen über den Winter kommen. Die Situation dort bleibt aus humanitärer Sicht beschämend."

Provisorische Lager in Wäldern

Die Summe werde der Caritas Österreich für ihren Einsatz vor Ort zur Verfügung gestellt, heißt es. Mit dem Geld sollen Lebensmittel, Decken, Schlafsäcke und Kleidung, medizinische Hilfen sowie Stromaggregate und Heizungen finanziert werden. Nach Schätzungen des katholischen Wohlfahrtsverbands halten sich derzeit rund 5.000 Männer ohne Aufenthaltsstatus in Bosnien auf. Ein Teil der Geflüchteten lebte in der Nähe der Stadt Bihac im Camp Lipa, einem Lager aus Zelten und Containern, das am 23. Dezember 2020 fast vollständig abbrannte.

Besonders vulnerable Personen seien danach in Notunterkünften untergebracht worden, ein Teil sei am Ort geblieben und etwa 900 Flüchtlinge campierten in provisorischen Lagern in den Wäldern der Umgebung bei eisigen Temperaturen, heißt es. An der Stelle des abgebrannten Camps Lipa seien von der Armee neue Zelte errichtet worden. Die Hygienebedingungen werden in der Mitteilung als katastrophal beschrieben, die medizinische Versorgung und die Versorgung mit Lebensmitteln gelten als äußerst kritisch. Es fehlten warme Kleidung, Stromversorgung und geschlossene Unterkünfte. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Flucht & Asyl

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