Aktionstag "Safe-Abortion-Day" Erzdiözese kritisiert Beleuchtung des Münchner Rathauses

28.09.2020

Eine Streichung des Paragraphens, der Schwangerschaftsabbrüche gesetzlich regelt, fordert der Aktionstag "Safe Abortion Day". Vertreter des Erzbistums München und Freising sehen darin keine Lösung des Problems.

© imago images/Eibner

München – Die Erzdiözese München und Freising kritisiert die für Montagabend, 28. September, geplante Beteiligung der Landeshauptstadt München am bundesweiten Aktionstag "Safe-Abortion-Day", bei dem das Münchner Rathaus lila angestrahlt wird. Der Aktionstag setzt sich für eine Streichung des Paragraphen 218 des Strafgesetzbuches ein. Dieser regelt die Strafen, sowie ihre Ausnahmen, von Schwangerschaftsabbrüchen.

Vertreter des Erzbistums hatten sich bereits vergangene Woche in einem Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter gegen eine Beteiligung der Landeshauptstadt ausgesprochen und für eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema plädiert. In ihrem Schreiben hatten die Vertreter des Erzbistums klargestellt, dass eine Streichung von Paragraph 218 StGB dem christlichen Menschenbild und der christlichen Ethik widerspreche.

Umfassender Lebensschutz

Die katholische Kirche setze sich für einen umfassenden Lebensschutz ein, so das Schreiben weiter: Das menschliche Leben stelle vom Augenblick der Zeugung bis zum Tod eine Einheit dar, die der Verfügungsgewalt anderer entzogen sei. Die Kirche stehe in der besonderen Verpflichtung, für die Schwächsten einzutreten, vor allem für das ungeborene Leben.

Die Bedenken gegen diese Aktion richteten sich nicht gegen Frauen in extremen Konfliktsituationen und auch nicht gegen ein Einstehen für Menschenwürde- und rechte, Gleichbehandlung und Frauenrechte, wie in dem Schreiben betont wird. Vielmehr engagiere sich die katholische Kirche im Erzbistum gerade auch in diesem Bereich mit verschiedenen Verbänden und Aktionen wie der Caritas, dem Sozialdienst katholischer Frauen oder der Aktion für das Leben. Eine bloße Streichung des Paragraphen 218 StGB würde dem Problem und den Menschen allerdings nicht gerecht. (vt/pm)


Das könnte Sie auch interessieren

Papst Franziskus
© imago images / Ulmer

Papst begrüßt Initiative gegen Abtreibung

Katholiken in Polen wollen mit einer Gebetsinitiative um Vergebung für Sünden gegen den Lebensschutz bitten. Papst Franziskus befürwortet das.

04.11.2020

München bei Nacht
© imago images/Westend61

Münchner Rathaus blieb unbeleuchtet

Nach Kritik von CSU und Kirche wurde die für Montag geplante Aktion zum "Safe Abortion Day" verboten. Ein Sprecher erklärt den Schritt der Regierung von Oberbayern.

29.09.2020

Münchner Rathaus
© Imago

Rathausbeleuchtung zum Safe Abortion Day Propaganda für Abtreibungen

Die Stadt München erinnert mit einer Rathausbeleuchtung an den "Safe Abortion-Day" und nimmt damit einseitig Stellung zu einer großen und umstrittenen ethischen Frage.

25.09.2020

Münchner Rathaus

Lebensschutz als Herausforderung

Zur Unterstützung des bundesweiten Aktionstags „Safe Abortion Day“ soll das Münchner Rathaus lila beleuchtet werden. Medizinier Stephan Pilsinger über die ethische Fragestellung, die medizinischer...

25.09.2020

Frau meldet sich bei der Schwangerenberatung des SKF an.
© SkF München / Jan Roeder

Total Sozial Hilfe in der Schwangerschaft

Ein Kind ist auf dem Weg. Das ist für werdende Eltern natürlich Grund zur großer Freude. Doch oft gibt es während einer Schwangerschaft auch viele Fragen, manchmal Sorgen und Zweifel. In diesen Fällen...

15.10.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren