Transparenter Spendeneinsatz Es versickert nichts

16.01.2020

Viele Spender möchten genau wissen, was mit ihrem Geld passiert. Bei den Maltesern können sie sogar gezielt mitbestimmen.

Computertastatur mit grüner Spendentaste.
Im stark umkämpften Spendenmarkt ist es wichtig Spender langfristig zu binden. © imago images / Panthermedia

Für viele Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind, ist Weihnachten die schönste Zeit im Jahr. Die meisten können sich jedes Jahr im Dezember über ein deutliches Plus an Spendeneingängen auf dem Konto freuen. Auch die Malteser bekämen rund um die Festtage von ihren Förderern mehr Geld, bestätigt Gabriele Rauecker, die bei der katholischen Hilfsorganisation im Erzbistum München und Freising die Spendenabteilung leitet.

Eine tragende Rolle spiele das „Weihnachtsgeschäft“ aber nicht, fügt Rauecker gleich hinzu. Der Spendenmarkt sei mittlerweile so hart umkämpft, dass man dort nur mit langfristigen Konzepten Erfolg haben könne. Denn immer weniger Menschen gäben immer mehr Geld, erklärt Rauecker. Deshalb sei es heutzutage wichtig, Spender langfristig zu binden.

Planungssicherheit für die sozialen Dienste

Bei den Maltesern geschehe das durch Fördermitgliedschaften. Derzeit könne sich der katholische Sozialverband im Erzbistum auf rund 100.000 Fördermitglieder stützen. Die verpflichten sich, ein Jahr lang jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag zu geben. Das schaffe Planungssicherheit für die ehrenamtlichen sozialen Dienste der Malteser. Die würden unentgeltlich für Menschen in Not geleistet, betont die Spenden-Managerin. Dazu gehöre der Besuchsdienst mit Hund genauso wie die Mahlzeiten-Patenschaften, der Herzenswunsch-Krankenwagen oder die Arbeit mit Flüchtlingen.

Portrait von Gabriele Rauecker
Gabriele Rauecker leitet die Spendenabteilung der Malteser im Erzbistum München und Freising. © Malteser Erzbistum München und Freising

Spenderwünsche erfüllen

Für jedes soziale Projekt könnten die Förderer auch gezielt spenden. „Dafür zu sorgen, dass der Spendenzweck und der Spender zusammengeführt werden“, sieht Rauecker dann auch als ihre Hauptaufgabe. Das Geld brauche man vor allem, um die laufenden „Hintergrundkosten“ zu decken. Dazu gehörten die Ausbildung und Ausstattung von ehrenamtlichen Helfern sowie die Qualitätssicherung der Dienste und die Betriebsmittel, die langfristig zur Verfügung gestellt werden müssten.

Fast jeder Euro geht ins Projekt

Für Rauecker ist es außerdem wichtig, dass die Förderer wissen, dass mit ihrem Geld auch Basiskosten gedeckt werden. Das Versprechen mancher Hilfsorganisationen, jeder Euro komme direkt im Projekt an, sei zwar plakativ, aber letztendlich nicht richtig. Allein für das Ausstellen einer Spendenquittung brauche es ein Mindestmaß an Verwaltung. „Die Malteser rechnen, alles inklusive, mit einem Anteil zwischen 15 und 17 Prozent für Verwaltungskosten“.

Generell verfügten die Malteser über eine sehr differenzierte Buchhaltung, die den vom Spender gewünschten Verwendungszweck und die Region genau abbilde. „Wir sind davon überzeugt, dass wir den größtmöglichen Nutzen aus jeder Spende herausholen, es versickert nichts“, verspricht die Malteser Spenden-Expertin.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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