Dr. Sandra Krump über eine Pilot-Veranstaltung in Erdweg Fachtag zur Bildung im Erzbistum

03.06.2013

Am 12. Juni findet auf dem Erdweger Petersberg im Kreis Dachau der erste „Fachtag katholische Bildung“ in einem Landkreis statt. Ordinariatsrätin Dr. Sandra Krump leitet das Ressort Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat und erklärt im Interview, warum dieser Tag wichtig ist.

Dr. Sandra Krump, Ordinariatsdirektorin (Bild: Sankt Michaelsbund)

MK: Warum ein Fachtag zum kirchlichen Bildungs-Engagement?

KRUMP: Fortbildungen widmen sich im Normalfall einem bestimmten Thema. Doch hier geht es um etwas anderes, als ein bestimmtes Thema kennen zu lernen. Es geht darum, einander kennen zu lernen. Die katholische Kirche hat eine so große Vielfalt an Bildungs-Angeboten, dass es uns selbst oft gar nicht bewusst ist, wie viel wir da anbieten. Das alles uns selbst bewusster zu machen, das ist das eigentliche Ziel des Fachtags. Und es gehört auch zu den Kernaufgaben des Ressorts Bildung, das die Vernetzung der kirchlichen Bildungsangebote ja ausdrücklich zum Ziel hat.

MK: Wie kann das erreicht werden?

KRUMP: Es geht darum, sich selbst in seinem Tun nicht als „Einzelkämpfer“ wahrzunehmen, sondern als Teil einer großen Gruppe von kirchlichen Bildungsakteuren – ob als Erzieherin im Kindergarten, als Religionslehrer in der staatlichen Schule, als Lehrerin an einer diözesanen Schule oder in der Erwachsenenbildung. Und so eine neue Perspektive auf das eigene Tun zu gewinnen; sich zu vernetzen, einander zu bereichern und zu entlasten. Es soll also neuen Schwung geben in der eigenen Arbeit, weil man merkt: Wir sind viele und wir haben viel zu bieten.

MK: Der Tag findet zunächst auf Landkreis-Ebene statt...

KRUMP: Wir haben uns vorerst auf eine Region beschränkt – den Landkreis Dachau – um zu sehen, wie sozusagen vor der eigenen Haustür Menschen gemeinsam kirchliche Bildung gestalten. Es wird während der Fortbildung Anregungen durch einen Vortrag geben, der auf dieses Thema zugeschnitten ist. Und es gibt Arbeit in Kleingruppen, die so vorbereitet ist, dass die Vernetzung wirklich schon ins Laufen kommt.

MK: Wie funktioniert das?

KRUMP: Aus jeder größeren Einheit – Erzieher, Lehrer, Erwachsenenbildner und so weiter – sollen jeweils Vertreter in allen Kleingruppen sein. So soll aus dem eigenen Berufsalltag über-legt werden, was vor Ort möglich ist – zusammen mit Menschen, die dabei Partner sein können.

MK: Wie geht es nach der Veranstaltung weiter?

KRUMP: Der Tag kann und soll ein erster Schritt sein. Damit ist es aber nicht getan. Es entstehen erste Anregungen und Gedanken, dann soll es weitergehen. Wir werden die weiteren Schritte auch vom Ressort Bildung aus weiter begleiten und haben großes Interesse daran. Nach sechs Monaten werden wir uns nochmals bei allen Teilnehmern melden und fragen, was aus den Ideen geworden ist. Wie ist der Stand der Dinge? Gibt es vielleicht Unterstützungsmöglichkeiten, die wir anbieten können? Und außerdem: In der Erzdiözese gibt es noch viele andere Landkreise. Wir wollen uns das also ganz genau anschauen und dann fragen: Hat alles so geklappt, wie wir uns das vorstellen? Und gibt es die Möglichkeit, solche Veranstaltungen auch in andere Landkreise zu bringen?

MK: Wer soll langfristig da-durch angesprochen werden?

KRUMP: Es ist schön, wenn man sich erstmal intern klar macht, was man alles zu bieten hat. Aber ganz toll wäre es, wenn das die Öffentlichkeit auch verstärkt mitbekommen würde. Denkbar ist auch ein weiterer Bildungstag in ein, zwei Jahren, der sich dann ausdrücklich an die ganze Öffentlichkeit – zum Beispiel wieder im Landkreis Dachau – wendet.

MK: Das Motto des Fach-tags lautet „Denken, Staunen, Glauben“...

KRUMP: Das drückt viel von dem aus, was mit kirchlichem Bildungs-Engagement verbunden wird. Etwa Vielfalt für sich selbst und andere konkret erlebbar zu machen.

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