Korbiniansfest 2017 Familienfeier der Erzdiözese

27.11.2017

Das Korbiniansfest ist zu Ende. Tausende Menschen haben in Freising mitgefeiert. Vielleicht könnte der heilige Korbinian auch immer wieder Gegenbesuche in seinem Bistum machen.

Kinder, Senioren und der Oberbürgermeister: Der heilige Korbinian verbindet. © SMB/Kiderle

So schlecht kann das Wetter gar nicht sein, als dass das einwöchige Korbiniansfest nicht trotzdem schön ist. Wenn an einem Sonntag mehrere tausend Jugendliche auf den Freisinger Domberg kommen, dann geht einem als Besucher ebenso das Herz auf wie bei der Lichterprozession am vergangenen Freitag oder bei der Kindersegnung vor dem Schrein des Bistums-Gründers am vergangenen Samstag.
Die Anfänge des Korbiniansfestes sind noch relativ jung. Vor 75 Jahren, also mitten im Zweiten Weltkrieg, machten sich eine Handvoll Jugendliche auf, um von München nach Freising zu pilgern. Sie wollten in einer bedrängten Zeit an jenem Ort Kraft schöpfen, wo das Christentum in ihrer Heimat seinen Anfang genommen hat. Und sie wollten sich mit dem heiligen Korbinian verbinden, der als Bistumsgründer ein Glaubenszeugnis für die Friedensbotschaft des Evangeliums gegeben hatte. Es entstand daraus die größte Jugendwallfahrt Deutschlands, aber der Schwerpunkt lag eben auf der jüngeren Generation. Freising, der heilige Korbinian und sein Schrein sind aber für alle Gläubigen der Erzdiözese ein Bezugspunkt. Sie machen deutlich, aus welchen Wurzeln eine große Gemeinschaft kommt, welche Tradition sie weiterleben und weiterentwickeln will.

 

Ein Heiliger für das gesamte Erzbistum

Das ist im Erzbistum München und Freising vielleicht etwas schwieriger als anderswo. In dieser Form existiert es nämlich noch keine 200 Jahre. Vorher gehörten weite Teile rechts des Inns dem Erzbistum Salzburg an. Erst damals wurde München Bischofssitz, die Gebeine des Heiligen Korbinians blieben allerdings in der historischen Bischofsstadt Freising. Seit einigen Jahren versucht die Erzdiözese nun aus der Jugendkorbinianswallfahrt auch ein Familienfest für alle Gläubigen zwischen Berchtesgaden und Fürstenfeldbruck, zwischen Garmisch-Partenkirchen und Landshut werden zu lassen. Und das ist gut so! Das erzbischöfliche Ordinariat setzt sogar Sonderbusse ein, um die Gläubigen nach Freising zu bringen. Und unisono sagen die Teilnehmer: Es ist schön, dass wir uns kennenlernen, miteinander feiern und zeigen, dass wir zusammengehören. Dass der Glaube Weite und Austausch braucht, zeigt ja schon das Leben des Heiligen Korbinians, der aus Frankreich kam und in Abstimmung mit Rom die Bajuwaren christianisieren half. Das setzt sich fort in der Geschichte des Bistums Freising, das nicht nur im Werdenfelser Land, sondern auch in Südtirol und im heutigen Slowenien größeren Landbesitz hatte und dort Verantwortung übernahm. Auch das Korbiniansfest hilft den Gläubigen, über den eigenen Kirchturm hinauszublicken. Eine solche zentrale Veranstaltung ist ein Gewinn.

 

Korbinian als Gast

 

Allerdings ist sie für die Mühldorfer, Tölzer oder Tittmoninger räumlich weit weg, trotz Sonderbussen. Vielleicht könnte ja der Heilige Korbinian selbst gelegentlich Familienbesuche in der Region machen. Warum sollte der Schrein mit den Gebeinen des Bistumsgründers nicht in regelmäßigen Zeitabständen an einen anderen Ort im Erzbistum kommen, mit großem Gefolge aus Freising und München. Nachdem der Heilige Korbinian ein eifriger Reisender war, würde ihm das sicher gefallen. Und die Erzdiözese könnte noch enger zusammenwachsen, der Heilige Korbinian als gemeinsamer Bezugspunkt noch fester ins Bewusstsein verankert werden. Dass dann auch weiterhin jedes Jahr eine große katholische Familienfete in Freising steigen muss, versteht sich von selbst.

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Familienfest in Freising

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Der Autor
Alois Bierl
Radio-Redaktion
a.bierl@st-michaelsbund.de


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