Diakonenweihe im Dom Familienvater, Elektroniker und Diakon

04.10.2018

Sie haben einen zivilen Beruf, teilweise Familie und haben sich trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, entschieden ein Amt in der Kirche auszuüben. Am kommenden Wochenende werden drei Männer zu Diakonen geweiht.

Diakonenweihe im Liebfrauendom (Archiv)
Diakonenweihe im Liebfrauendom (Archiv) © Kiderle

München - Kardinal Reinhard Marx weiht am Samstag, 6. Oktober, drei Männer zu Diakonen. Das Leitwort des feierlichen Gottesdienstes um 9 Uhr im Münchner Liebfrauendom lautet: „Wenn er dich ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört.“ (1 Sam 3,9).

Vom Elektroniker zum Diakon

Die Weihekandidaten werden hauptberuflich als Diakone arbeiten. Alle sind verheiratet, zwei von ihnen sind Väter. Jozef Golian (43), verheiratet und Vater eines Kindes, lebt in Schäftlarn, Landkreis München, und ist von Beruf Mesner und Hausmeister. Er ist als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Aufkirchen, Landkreis Starnberg, vorgesehen. Ioan Maniur (42) ist verheiratet und lebt in München. Der technische Angestellte wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Puchheim, Landkreis Fürstenfeldbruck, arbeiten. Christian Marcon (44), verheirateter Vater von fünf Kindern, lebt in Vilsheim, Landkreis Landshut. Er ist Industrieelektroniker und Einrichtungsberater und wird künftig als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Steinzell eingesetzt. Im Erzbistum München und Freising werden mit den drei Weihekandidaten insgesamt 289 Ständige Diakone tätig sein. 132 von ihnen wirken als hauptberufliche Diakone, 53 als Diakone mit Zivilberuf, 104 sind bereits im Ruhestand. 37 weitere Männer befinden sich derzeit in Ausbildung.

"Diener" des Herrn

Das Zweite Vatikanische Konzil hatte die Diakonenweihe in den 1960er Jahren als eigene Stufe des Weihesakramentes neben der Priester- und der Bischofsweihe erneuert. 1970 hatte Kardinal Julius Döpfner die ersten vier Männer für die Erzdiözese München und Freising geweiht. „Diakon“ ist das griechische Wort für „Diener“. Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen. Insbesondere Diakone mit Zivilberuf sind auch in ihrer Arbeitsumgebung als Seelsorger präsent. Weihekandidaten haben sich durch kirchliches Engagement, im Beruf sowie in Ehe und Familie oder in eheloser Lebensform bewährt und bringen diese Erfahrungen in ihre neue Aufgabe ein. Sie haben zudem eine mindestens vierjährige, berufsbegleitende Ausbildung absolviert, die sowohl ein Theologiestudium als auch Praxisinhalte umfasst. Zu Diakonen werden neben Männern, die nach der Weihe als Ständige Diakone wirken, auch Männer geweiht, die die Priesterweihe anstreben. (pm)

Diakon/Diakonat

Das Diakonen-Amt ist eines der ältesten der Kirche und steht zunächst für soziale Verantwortung. Der Begriff Diakon leitet sich vom griechischen Wort "diakonos" ab und bedeutet Diener oder Helfer. In der römischen Kirche der ersten Jahrhunderte wirkten Diakone in der Armen- und Krankenpflege oder als Gehilfen des Bischofs in der Gemeindeverwaltung und beim Gottesdienst. Seit dem fünften Jahrhundert verlor das Diakonat als eigenständiges Amt an Bedeutung. Im Gegensatz zur orthodoxen Kirche wurde die Diakonenweihe in der katholischen Kirche zu einer ersten Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe. Die dritte Stufe ist die Bischofsweihe.Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) belebte das Diakonat neu. Seit 1968 können auch verheiratete Männer zu "Ständigen Diakonen" geweiht werden; sie streben also kein Priesteramt an. Ständige Diakone dürfen unter anderem das Taufsakrament spenden, Wortgottesdienste leiten und predigen, auch in der Messfeier. Sie dürfen den Eucharistischen Segen erteilen sowie verheiraten und beerdigen, nicht aber die Messfeier leiten oder Beichte hören. (kna)

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