Vorbereitung auf Ostern "Fasten um des Fastens willen bringt nichts"

06.03.2019

Pater Alfons Friedrich rät zum Start der Fastenzeit zu einem etwas anderen Fastenziel: Mehr Barmherzigkeit!

Pater Alfons Friedrich moderiert zusammen mit Tanja Bergold die Sendung „Die Bergold und der Pater“.
Pater Alfons Friedrich moderiert zusammen mit Tanja Bergold die Sendung „Die Bergold und der Pater“ im Münchner Kirchenradio. © SMB/Schlaug

Mit Beginn der Fastenzeit rücken sie wieder in den Vordergrund, die guten Vorsätze aus der Silvesternacht. Und was in den ersten Januartagen schnell wieder im Alltag unterging, steht einem spätestens nach erlebnisreichen Faschingstagen deutlich vor Augen: Jetzt muss etwas passieren. Fasten und Verzichten heißt die Devise, um sich von überflüssigen Kilos zu trennen. Denn der Sommer kommt bestimmt und wer will da nicht überzeugend in seinem Erscheinungsbild wirken?

Aber es ist auch eine Last, dieses ganze Fasten und Verzichten. Ein langer Weg mit vielfachen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Aber die Hoffnung auf ein gutes Ergebnis treibt einen an - zumindest in den ersten Tagen.

Aus dem „weniger“ wird ein „mehr“

Ehrlich gesagt: Fasten um des Fastens willen bringt nichts. Also wie sieht es um mein Ziel und damit auch um meine Motivation aus? Denn nur was attraktiv ist, motiviert auch die Phasen des Verzichts durchzustehen.

Wie wäre es in diesem Zusammenhang mit einem etwas anderen Ziel? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mir bewusst machen muss, was ich durch den Verzicht erreiche: Mehr Zeit für Neues. Zählte ich früher schon die Tage, wie lange ich noch durchhalten musste, überlege ich mir heute, was ich denn mit der gewonnenen Freiheit anders machen kann? Sechs Wochen Zeit, um etwas Neues einzuüben - zum Beispiel Barmherzigkeit. Klingt komisch? Ist es aber gar nicht! Sich selbst und andere mal anders sehen. Nicht ständig über die eigenen Grenzen stolpern, sondern sie als konstruktive Unterbrechungen verstehen. Andere aus den von mir festgelegten Schubladen herausholen. Fehler bei anderen verzeihen und auch die eigenen erkennen.

Da geht es um Veränderungen und ums Einüben in die Haltung, die uns Jesus in Gleichnissen wie vom barmherzigen Vater oder dem barmherzigen Samariter nahebringt. Ein Prozess, der mich zum Du führt und mir einiges Neues über mich selbst offenbart. Fasten und Verzichten unter dieser Perspektive gefällt mir! (Pater Alfons Friedrich)

Pater Alfons Friedrich moderiert zusammen mit Tanja Bergold die Sendung „Die Bergold und der Pater“ im Münchner Kirchenradio (MKR). Die Podcasts zu den monatlichen Sendungen finden Sie hier.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Fastenzeit

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