München Fest der Ehejubilare im Münchner Liebfrauendom

28.10.2019

Kardinal Reinhard Marx segnete 777 Ehepaare, die heuer ein rundes Jubiläum feierten. Im Text verraten einige Paare ihr Rezept für eine glückliche Ehe.

777 Ehepaare nahmen an der Segnung mit Kardinal Reinhard Marx teil.
777 Ehepaare nahmen an der Segnung mit Kardinal Reinhard Marx teil. © Kiderle

München – Die Zukunft der Gesellschaft, der Menschheit und der Kirche beruhe darauf, „dass „Menschen zueinander sagen, wir beide gehören zusammen!“ Mit diesen Worten unterstreicht Kardinal Reinhard Marx die Bedeutung der Ehe beim „Fest der Ehejubilare“ im Münchner Liebfrauendom.

Eingeladen sind Partner aus dem Erzbistum, die in diesem Jahr einen besonderen Hochzeitstag feiern. Das Interesse an dem Gottesdienst mit persönlicher Segnung durch den Kardinal und weitere Geistliche ist groß: 935 Paare wollen teilnehmen – eine Zusage erhalten aus Platzgründen 777 Ehepaare, die den Dom am Sonntag bis auf den letzten Platz füllen. Einen Ehrenplatz bekommt ein Ehepaar, das 1949 geheiratet hat und nun die „Gnadenhochzeit“ von 70 Jahren feiern kann.

Neugierig und offen

„Als Eheloser schaue ich mit besonderer Neugierde auf Familien und Ehepaare“, erläutert Kardinal Marx in seiner Predigt. Ausgehend vom Evangelium über den Zöllner und den Pharisäer lobt er die Haltung der Demut. Es komme darauf an, sich selbst nicht über den anderen zu stellen, denn „jeder Mensch ist eine Botschaft Gottes an die ganze Welt“. Der Kardinal empfiehlt deshalb den Eheleuten: „Bleiben Sie neugierig aufeinander und offen füreinander!“

In guten wie in schlechten Zeiten

In den Fürbitten wird auch jener Ehepaare gedacht, die an dem Fest nicht teilnehmen können – etwa, weil ein Partner erkrankt ist. So geht es Gisela Bellm aus Gilching, die ihren Mann Waldemar zu Hause pflegt. Sie hat sich als 15-Jährige verliebt, seit 68 Jahren sind die beiden verheiratet und haben drei Töchter, sieben Enkel und sieben Urenkel. Viele Jahre lebten sie zusammen auf Gran Canaria, und jedes Jahr hat der dortige Pfarrer sie an ihrem Hochzeitstag gesegnet. In schwierigen Zeiten komme es darauf an, „positiv zu denken und dem lieben Gott alles zu überlassen“, meint Bellm.

Auch das Ehepaar Dinglreiter aus Rosenheim hat mit drei Kindern und acht Enkeln eine große Familie. Das Rezept ihrer langen Ehe beschreiben beide unabhängig voneinander mit den gleichen Worten: „Man muss Verständnis füreinander haben!“ Käthe Dinglreiter hat ihren Mann Adolf in seinem Engagement als Landtagsabgeordneter für die CSU und als Landesvorsitzender des Bayernbundes sehr unterstützt. Sie feiern die Diamantene Hochzeit und im Rückblick auf 60 Ehejahre bekräftigt der ehemalige Politiker: „Man muss auch mit sich selbst im Reinen sein und beten.“

Zeichen für die Treue Gottes

Zum Fest der Ehejubilare lädt die Erzdiözese die Paare nicht nur zur Segnung ein, sondern auch zum Mittagessen und zu einem vielfältigen Kulturprogramm in der Innenstadt. Das wollen Elfriede und Reinhard Sbeczka genießen, denn sie haben sich in den 1950er Jahren beim Tanz im Kolpinghaus kennengelernt. Der Flüchtling aus Oberschlesien fand damals seine große Liebe, und die hat gehalten, weil die Basis gegenseitiges Vertrauen, Treue und Rücksichtnahme ist. Gab es in den fünfzig gemeinsamen Jahren auch mal Streit? „Ach, man bockt mal a bissl, und dann isses wieda gut“, erzählen die beiden schmunzelnd. Wenige Augenblicke später begrüßt Kardinal Marx die Festgemeinde mit den Worten: „Dies ist ein Tag des Dankes, dass Menschen ein Zeichen setzen für die Treue Gottes.“ (Annette Krauß)

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