Nach dem Hochwasser Fischerdorf feiert ersten Gottesdienst

20.06.2013

Drei Wochen lang mussten die Gläubigen im Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf auf ihre gewohnte Werktagsmesse am Donnerstagabend verzichten. Heute feiert Kaplan Oliver Pollinger in der Kapelle erstmals wieder eine Heilige Messe.

Hilfe für Leib und Seele: Das Kriseninterventionsteam und die Notfallseelsorge sind an der Fischerdorfer Kapelle Anlaufstelle für Hochwasser-Betroffene. (Bild: Sankt Michaelsbund)

Einen Meter hoch stand das Wasser in der Fischerdorfer Kapelle. In der tiefer gelegenen Sakristei erreichte der Pegel fast die Zwei-Meter-Marke. Letzte Woche noch musste der Pfarradministrator mit einem Boot zur Kapelle fahren. Dass das Wasser so hoch stand, hatten sowohl er als auch der Mesner nicht erwartet, sagte Pollinger dem Münchner Kirchenradio. Sämtliche Messbücher und Gotteslobe seien zerstört worden. Den Kelch hätte der Mesner aus dem Schlamm im Sakristeischrank ziehen müssen, Tabernakel und wertvolle Heiligenfiguren seien dagegen nicht beschädigt worden.

Nach einer umfassenden Reinigung ist die Kapelle im Moment vor allem Anlaufstelle und Ort der Ruhe für Hochwasser-Betroffene. Sowohl Kaplan Pollinger als auch ein Team von Notfallseelsorgern aus ganz Bayern kümmern sich um die Anliegen der Fischerdorfer, koordinieren Hilfe oder bieten ein offenes Ohr, um sich die Ereignisse der vergangenen Wochen von der Seele zu reden. In der Kapelle selber liegt ein Buch aus, in das die Gläubigen ihre Sorgen schreiben und vor Gott bringen können. Außerdem finden sich auf den Bänken verschiedene tröstende Psalm-Gebete. Auch wenn sich in Fischerdorf nach wie vor Sandsäcke und Sperrmüll stapeln, ist der heutige Gottesdienst in der Kapelle für viele Fischerdorfer ein kleiner Schritt Richtung Normalität. (es)

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