Salesianer Don Boscos Flüchtlinge haben großes Potential

14.11.2014

Der Strom der Flüchtlinge reißt nicht ab. Genauso wenig wie die öffentliche Debatte über den richtigen, menschenwürdigen Umgang mit ihnen. Pater Stephan Stöhr betreut mit den Salesianern unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Das wichtigste für ihn: Die Frage der Integration. Denn klappt die, könnten die Flüchtlinge auch ein großes Potential für die Gesellschaft darstellen.

Flüchtlinge vor der Bayernkaserne in München (Bild: imago/epd)

München - „Wir sind herausgefordert uns damit auseinander zu setzen, und zwar wirklich realistisch“ - das sagt Pater Stefan Stöhr zum Anwachsen der Flüchtlingsströme im Erzbistum München und Freising. Die Salesianer Don Boscos, denen Stöhr angehört, betreuen in ganz Deutschland unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. In der Erzdiözese beispielsweise in München, wo rund 30 junge Menschen in den Projekten „Life“ und „Hope“ Unterstützung finden, aber auch in Aschau-Waldwinkel oder in Mettenheim.

Wichtig ist für Stöhr, dass die Flüchtlinge nicht „irgendwo abgeschottet werden“. Nur einfach zu beobachten, ob sie weiterziehen oder abgeschoben werden, reiche nicht aus. „Denn viele Flüchtlinge werden ja dableiben und das ist auch eine riesige Chance und Potential“, betont der Pater, gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel in der Wirtschaft. Dabei gehe es darum, die Flüchtlinge zu motivieren und nicht als billige Arbeitskräfte zu missbrauchen. „Diese Menschen sind auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben, nach Sinnstiftung, und da gehört Arbeit auch dazu“, sagt Stöhr. Alle in Gesellschaft und Politik müssten daran mithelfen, dies zu ermöglichen.

Dank an Helfer in den Pfarreien

Kardinal Reinhard Marx hatte jüngst beim Herbsttreffen der Freisinger Bischofskonferenz den vielen Menschen gedankt, die sich in den Pfarreien für das Wohl der Flüchtlinge einsetzen. Zugleich würdigte der Erzbischof den Einsatz der kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie. Im Erzbistum München und Freising sind derzeit fast 700 Menschen in kirchlichen Einrichtungen untergebracht. 20 weitere Gebäude werden aktuell noch überprüft. (ksc)


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