Fachtag Asyl Flüchtlingsaufnahme als große Aufgabe

17.01.2015

Ehrenamtliche in der Asylhilfe trafen sich am 17. Januar zu einem Fachtag unter dem Motto "Asyl: Da müssen wir noch deutlich mehr tun". Neben Fachvorträgen konnten sie sich über ihr Engagement austauschen. Eingeladen hatte zu dem Tag die Diözesan-Arbeitsgemeinschaft „Caritas und Sozialarbeit der Ehrenamtlichen".

Fachtag zum Thema Asyl (Bild: VRD-fotolia.com)

München  -  Die Aufnahme von Flüchtlingen werde auch in den nächsten Jahren eine große Aufgabe für Landkreise, Gemeinden und Pfarreien bleiben, sagte Wilhelm Dräxler, Fachreferent für Migration beim Diözesan-Caritasverbands München und Freising beim Fachtag der Diözesan-Arbeitsgemeinschaft „Caritas und Sozialarbeit der Ehrenamtlichen“ am Samstag, 17. Januar, in München. „Die Flüchtlingsströme werden in den nächsten Jahren nicht geringer werden.“ Gründe dafür sieht Dräxler in den mit großer Gewalt ausgetragenen Konflikten in Ländern wie Syrien, Somalia, Afghanistan oder im Irak, in unmenschlichen Diktaturen, wie sie etwa in Eritrea herrscht, oder im wirtschaftlichen Niedergang vieler Länder in Afrika.  

Den Ehrenamtlichen komme bei der Integration eine wichtige Funktion zu, sagte Dräxler. Sie könne nur gelingen, wenn die einheimische Bevölkerung sich den aus anderen Kulturen stammenden Menschen öffnet. „Die Ehrenamtlichen bieten nicht nur praktische Hilfe und menschliche Annahme, sondern sie sind auch die Botschafter und Vermittler für die ganze Gesellschaft.“ Sie verdienten nicht nur Anerkennung, sondern müssten von Kirche und Staat auch für ihren Einsatz unterstützt werden.

Als besonders dringend bezeichnete der Fachreferent für Migration eine Korrektur der Dublin-Konvention. Eine Drittstaatenregelung können dort wirklich angewandt werden, wo Flüchtlinge auch eine Perspektive haben und ihre Existenz sichern könnten. „In Länder wie Ungarn oder Bulgarien dürfen Flüchtlinge nicht abgeschoben werden.“ 

Über hundert ehrenamtlich tätige Frauen und Männer aus den Pfarreien waren zu dem Fachtag unter dem Motto „Asyl: Da müssen wir noch deutlich mehr tun!“ in das Pfarrzentrum St. Wolfgang in München gekommen. Sie informierten sich über die Situation von Asylsuchenden und Flüchtlingen und tauschten sich über ihr Engagement aus. Etwa tausend Ehrenamtliche sind in den Pfarreien des Erzbistums für Flüchtlinge und Asylsuchende tätig.

„Wir erleben eine Welle der Hilfsbereitschaft, sich der ankommenden Flüchtlinge in den Pfarreien anzunehmen“, sagt Hilga Wolf, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) „Caritas und Sozialarbeit der Ehrenamtlichen“. Es gebe allerdings auch einen großen Bedarf an Informationen, Begleitung und Unterstützung. Die ARGE verstehe sich als Bindeglied zwischen den Pfarreien und der Caritas und wolle die Ehrenamtlichen in ihrem sozialen Engagement unterstützen.  

Im Gesprächsrunden tauschten sich die Teilnehmer mit Fachleuten der Asylarbeit aus. Im Mittelpunkt standen Themen wie der Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die Betreuung in Erstaufnahme-Einrichtungen oder die Anforderungen an Helferkreise in den Pfarreien. So berichtete zum Beispiel Diakon Karl Stocker vom Ökumenischen Arbeitskreis Asyl in Putzbrunn, wie das große ehrenamtliche Engagement für die Flüchtlinge im Ort dem aufkeimenden Widerstand gegen die Asylunterkunft entgegenwirken konnte. (ua)


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