Der Münchner Flughafen wird 25 Flughafen-Seelsorger sind Ansprechpartner für Alle

18.05.2017

Ob bei einer verlorenen Geldbörse, bei Sorgen oder auf der Suche nach Stille – Flughafen-Seelsorger versuchen, immer zu helfen. Pastoralreferent Franz Kohlhuber hat uns von seinem abwechslungsreichen Beruf erzählt.

Egal ob Fluggäste, Stewardess, Pilot oder Flughafenmitarbeiter bei der ökumenischen Flughafen-Seelsorge wird jedem Geholfen.
Egal ob Fluggäste, Stewardess, Pilot oder Flughafenmitarbeiter – bei der ökumenischen Flughafen-Seelsorge wird Jedem geholfen. © imago

München – Mit über 42 Millionen Passagieren jährlich ist er Deutschlands zweitgrößter Flughafen, und zählt somit schon längst zu den größten Europas: Der Münchner Flughafen „Franz-Josef Strauß“. Seit einem Vierteljahrhundert starten hier täglich viele Menschen in den Urlaub, kommen wieder heim oder sind einfach nur beruflich unterwegs. Natürlich braucht es deshalb auch hier viele Menschen, die sich um die Fluggäste kümmern. Dazu gehören auch die Seelsorger.

Ökumenisches Angebot

Im Zentralbereich – zwischen Terminal 1 und 2 – findet man sie im ersten Stock, oberhalb der vielen Geschäfte, Check-Ins und eiligen Menschen mit Koffer in der Hand. Egal ob Fluggäste, Stewardess, Pilot oder Flughafenmitarbeiter bei der ökumenischen Flughafen-Seelsorge wird Jedem geholfen. Das Team des katholischen Pastoralreferenten Franz Kohlhuber und seines evangelischen Kollegen Stefan Fratzscher teilt sich die tägliche Arbeit. Und die ist abwechslungsreich.

Letzte humanitäre Hilfe

So hätten sie zum Beispiel einem Fluggast, der seinen Geldbeutel verloren hatte, Geld geliehen, damit er nach Hause kommt, erzählt Kohlhuber im Interview. Doch neben solch individuellen Tätigkeiten haben die beiden Seelsorger vor allem ein offenes Ohr. So erinnert sich der Pastoralreferent an eine junge Frau, die sich nicht getraut hat, zu ihrem Vater ins Krankenhaus zu fahren, der im Sterben lag. Im Gespräch haben die Seelsorger herausgefunden, dass die Frau so Angst davor hatte, weil sie noch Dinge mit dem Vater klären wollte. Nach dem Gespräch hatte sie Mut dazu, diese mit ihm zu besprechen.

Für viele Asylbewerber, die abgeschoben werden, sind die Seelsorger oft die letzten Ansprechpartner. Bei ihnen gibt es noch etwas zu essen, ein Telefon, um zu Hause anzurufen und auch eine Adresse im Heimatland, wo sie Hilfe bekommen können. Sie bieten die letzte humanitäre Hilfe, so Kohlhuber.

Ein Ort der Ruhe

Gleich neben der Flughafen-Seelsorge ist die Christophorus Kapelle. Die sehr schlicht eingerichtete Kapelle bietet den Angestellten des Flughafens und natürlich auch den Passagieren einen Moment der Ruhe. Damit die wirklich gewährleistet sei, gäbe es eine Tür, die richtig schließt und Fenster, die extra verglast wurden, beschreibt der Seelsorger. Auch Bilder findet der Besucher in der Kapelle nicht. Bei dem Überangebot an Plakaten und Geschäften in der Flughafenhalle sollen die Besucher hier abschalten können. Regelmäßig finden hier auch ökumenische Gottesdienste statt.

Am kommenden Wochenende feiert der Flughafen das 25. Jubiläum. Auch die Kapelle wird nach wochenlanger Renovierung mit einem feierlichen Gottesdienst und vielen geladenen Gästen wiedereröffnet. (ivo/kas)

 

 


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