Synodaler Weg Forderung: Zukunft des Bischofsamts besprechen

30.09.2021

Beim Reformprozess Synodaler Weg wird die Zukunft des Priesteramtes besprochen. Um das Amt des Bischofs geht es bisher nicht. Der Berufsverband der Pastoralreferent:Innen will, dass sich das ändert.

Mitra und Bischofsstab
Der Berufsverband der Pastoralreferent:Innen will das Bischofsamt der Zukunft beim Synodalen Weg besprechen. © Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Frankfurt – Der Berufsverband der Pastoralreferent:Innen fordert, dass innerhalb des Forums „Priesterliche Existenz heute“ auch die bischöfliche Existenz besprochen werden soll. Das sagte der Münchner Pastoralreferent Konstantin Bischoff "mk online" vor Beginn der zweiten Synodalversammlung in Frankfurt. Fragen nach der Ausgestaltung des Bischofsamtes müssten in dem Forum mit gestellt werden. Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen fehle uns ein positives Bild des Bischofsamtes, erläutert Bischoff. Denn bisher würde es nicht zu einem „klaren Aufarbeiten von sexuellem Missbrauch und Transparenz beitragen“. Im veröffentlichten Statement des Verbands heißt es dazu: "Das Bischofsamt ist ganz offensichtlich nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems."

Keine Chance für Machtmissbrauch

Der Wunsch sei, dass es nicht nur um kosmetische Korrekturen am Priester-bzw. Bischofsamt gehen soll, sondern grundlegende Fragen gestellt werden: „Wie muss ein Priesteramt bzw. Bischofsamt in einer Kirche aussehen, in der Machtmissbrauch keine Chance mehr haben soll?“  Dazu müsste auch geklärt werden, wie das Amt in Zukunft kontrolliert und wie es in andere Strukturen eingebunden werde. Mit seiner Forderung will der Berufsverband nicht als „Protestfraktion“ wahrgenommen werden: „Wir wollen als professionelle Laien konstruktive Vorschläge machen“

In dem Forum „Priesterliche Existenz Heute“ geht es darum, wie das Amt des Priesters in Zukunft aussehen soll. Dabei geht es auch um die Lebensform, konkret um den Zölibat. Das Bischofsamt wird bisher nicht betrachtet.

Synodaler Weg

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien. In ihrem Reformdialog auf dem Synodalen Weg wollen die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ausgangspunkt ist eine jahrelangen Kirchenkrise, die der Missbrauchs-Skandal verschärft hat. Oberstes Organ des Synodalen Wegs ist die Synodalversammlung. Sie zählt 230 Mitglieder, die für eine möglichst große Bandbreite kirchlichen Lebens stehen sollen. Schwerpunktthemen des Reformdialogs sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. (kna)

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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