Vier Jahre Papst Franziskus Franziskus ist "Zeuge christlicher Freiheit"

13.03.2017

Vor vier Jahren ist Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt worden. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat zum Jahrestag der Wahl einen Gottesdienst gehalten.

Kardinal Marx würdigte Papst Franziskus bei einem Gottesdienst im Liebfrauendom.
Kardinal Marx würdigte Papst Franziskus bei einem Gottesdienst im Liebfrauendom. © Kiderle

München – Die Orgel intoniert Gotteslob Nummer 486, den bekannten Bibelvers: „Tu es Petrus ...“ – „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (Mt 16,18). Ein deutliches Zeichen, dass der Heilige Vater im Zentrum des Gottesdienstes steht, genaugenommen der vierte Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus. Zu diesem so genannten „Papstsonntag“ versammeln sich traditionsgemäß Träger päpstlicher Auszeichnungen, Orden, Monsignori und Prälaten, sowie Vertreter der päpstlichen Ritterorden zu einem gemeinsamen Gottesdienst, um in besonderer Weise für den Nachfolger Petri zu beten und ihre Verbundenheit mit dem Bischof von Rom auszudrücken, wie es Kardinal Reinhard Marx in seiner Begrüßung formulierte.

Am 13. März 2013 wurde der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt. Er gab sich in Anlehnung an den "Heiligen der Armen" den Namen Franziskus.

Papst Franziskus finde großen Zuspruch, „so wie wir es lange nicht hatte, auch außerhalb der Kirche, in Politik, Gesellschaft, Kultur und anderen Religionen. Das höre ich aus vielen Teilen der Welt“, sagte der Kardinal in seiner Predigt. Der Papst sei „eine überzeugende und glaubwürdige Gestalt“. Es gelinge dem Heiligen Vater, „das zu sagen, was ihm wichtig ist, was vom Evangelium her geboten ist – aber nie im Blick auf die eigene Person, auf die eigene Kirche, sondern im Blick auf alle Menschen. Das beeindruckt.“ Papst Franziskus sei für Kardinal Marx somit „ein Zeuge christlicher Freiheit und christlichen Freimuts“.

Seine christliche Freiheit und sein christlicher Freimut kämen dabei nicht aus eigener Kraft, sondern seien „eine geistliche Erfahrung, sozusagen der Ausgangspunkt für ein wirklich geistliches Leben“. Am Zeugnis für die Freiheit und den Freimut „können wir erkennen, ob hier wirklich jemand vom Evangelium her angesteckt ist, ermutigt ist, sich auf den Weg gemacht hat“, betonte Kardinal Marx: „Denn der Weg des Evangeliums ist ein Weg in die wahre Freiheit, aus der Dunkelheit ins Licht, aus der Enge in die Weite.“ (Florian Ertl)

Vier Jahre nach der Wahl von Papst Franziskus zieht auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) eine positive Zwischenbilanz. Durch Franziskus sei die Motivation bei jungen Menschen gestiegen, sich für die Kirche zu engagieren, sagte der BDKJ-Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner am Montag, dem vierten Jahrestag der Wahl, im SWR: "Mit Papst Franziskus steht jetzt jemand an der Spitze der Kirche, der Kirche und Welt wieder ein Stück näher zusammengebracht hat" Insgesamt sei Papst Franziskus gerade unter jungen Menschen sehr beliebt, ergänzte Ehrenlechner: "Weil er ganz klar den Eindruck vermittelt, dass er junge Menschen ernst nimmt. Das wurde im letzten Jahr beim Weltjugendtag noch mal sehr deutlich, wo er es sichtlich genossen hat, hier viel Kontakt zu jungen Menschen zu haben." (KNA)

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