"Religions for Peace" Frauen als Friedensstifterinnen

21.08.2019

Frauen sind besonders geeignet für den Schutz von Minderheiten. Das meint die tunesische Politikerin und Friedensaktivistin Mehrezia Labidi-Maiza bei der Weltreligionsversammlung in Lindau.

Mehrezia Labidi-Maiza (m.), Ehrenpräsidentin der Weltkonferenz "Religions for Peace" mit Tänzerinnen
Mehrezia Labidi-Maiza (m.), Ehrenpräsidentin der Weltkonferenz "Religions for Peace" mit Tänzerinnen © kna

Lindau – Frauen sind nach Ansicht der tunesischen Politikerin und Friedensaktivistin Mehrezia Labidi-Maiza besonders geeignet für den Schutz von Minderheiten. Sie hätten eine Sensibilität gegenüber Diskriminierung und Ungerechtigkeit, oft wegen entsprechender eigener Erfahrungen aufgrund ihres Geschlechts in männerdominierten Gesellschaften, sagte die Ehrenpräsidentin der Nichtregierungsorganisation "Religions for Peace" (RfP) am Mittwoch in Lindau. In der Bodensee-Stadt findet noch bis Freitag die Weltversammlung von RfP statt, der nach eigenen Angaben größten internationalen Allianz religiöser Gemeinschaften auf Erden. Labidi-Maiza nahm an einer Diskussion zum Thema "Frauen als Friedensschafferinnen" teil. Die 2011 zur ersten Vizepräsidentin der Verfassungsgebenden Versammlung Tunesiens gewählte Muslimin ergänzte, Frauen hätten es nach der Revolution in ihrem Land geschafft, etwa die Jugend und Behinderte zum Thema zu machen. Frauen "ermächtigen die Machtlosen".

Frauen treten für ihre Rechte ein

Die irakische Frauenrechtlerin Layla Alkhafaji, ebenfalls Muslimin, rief religiöse Führer dazu auf, verstärkt die Wertschätzung zu vermitteln, für die Religionen wie der Islam Frauen gegenüber stünden. Frauen selbst sollten aktiv für ihre Rechte eintreten. Diese würden stets nur genommen, nicht einfach so gegeben.Unterdessen erklärte der Diözesanadministrator des Bistums Augsburg, zu dem Lindau gehört, Bertram Meier, RfP habe gerade heute eine wichtige Funktion. "Dass Frauen und Männer, Verantwortliche und einfache Mitglieder der großen Religionen am Bodensee zusammenkommen, ist für mich ein Zeichen, dass im Namen Gottes Frieden möglich ist", sagte Meier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Da aktuell der Frieden vielerorts bröckele, sei eine solche "vertrauensbildende Maßnahme" dringender denn je.

"Für unsere gemeinsame Zukunft sorgen - Das Gemeinwohl für alle fördern"

RfP ist laut eigener Darstellung in rund 100 Ländern aktiv, Hauptsitz ist New York. Oberstes Ziel der bei den Vereinten Nationen akkreditierten Organisation ist "die Förderung gemeinsamer Aktionen der Glaubensgemeinschaften weltweit zur Stärkung des Friedens". Die RfP-Weltversammlungen finden etwa alle fünf Jahre statt - aktuell erstmals in Deutschland mit rund 900 Teilnehmern und Angehörigen von einem Dutzend Religionen. Das Motto lautet "Für unsere gemeinsame Zukunft sorgen - Das Gemeinwohl für alle fördern". (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Frauen und Kirche Friede

Das könnte Sie auch interessieren

Die Weltversammlung Religions for Peace ist zu Ende gegangen
© Ring for Peace

"Religions for Peace" Religionsallianz beendet Konferenz am Bodensee

In Lindau ist am Freitag die Weltversammlung von "Religions for Peace" zu Ende gegangen. Rund 900 Vertreter von einem Dutzend Glaubensrichtungen sprachen über Wege zu einer besseren Zukunft. Nicht...

23.08.2019

Teilnehmer der Weltkonferenz "Religions for Peace" am 21. August 2019 in Lindau.
© Christopher Beschnitt/kna

"Religions for Peace" Muslimin folgt Katholik an der Spitze

Führungswechsel bei der Religionsallianz "Religions for Peace": In Lindau ist die Muslimin Azza Karam als erste Frau zur Generalsekretärin der Organisation gewählt worden.

22.08.2019

© SMB

München am Mittag Kardinal Marx erwartet wichtige Impulse

Bei der Weltversammlung der Organisation "Religions for Peace" soll klar werden: Religionen sind Teil der Lösung der Probleme der Welt, so der Münchner Erzbischof. In Lindau diskutieren Vertreter von...

21.08.2019

Kardinal Reinhard Marx.
© imago

Weltversammlung in Lindau Kardinal Marx: Religionen sind Teil der Lösung

Am Dienstag wurde in Lindau die 10. Weltversammlung der Organisation „Religions for Peace“ eröffnet. Bis Sonntag diskutieren die Teilnehmer aus 100 Ländern über die Rolle von Religionen für weltweite...

21.08.2019

© kna

München am Mittag Religionen für den Frieden

Heute beginnt in Lindau am Bodensee die Weltversammlung der Organisation "Religions for Peace". 900 Teilnehmer aus 100 Ländern kommen dort zusammen und knüpfen Kontakte.

20.08.2019

Mit einer spirituellen Zeremonie vor dem Ring of Peace wird die Weltversammlung eröffnet
© kna

"Religions for Peace" Weltversammlung der Religionen startet in Lindau

In Lindau am Bodensee kommen 900 Vertreter verschiedener Religionen zusammen. Zum ersten Mal findet ein solches Treffen in Deutschland statt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird es eröffnen.

19.08.2019

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren