Aufsicht über Finanzen Frauen in den Vatikan-Wirtschaftsrat berufen

06.08.2020

Papst Franziskus hat sechs Frauen in das Gremium berufen, darunter auch zwei aus Deutschland. Koordinator des Päpstlichen Rats bleibt Kardinal Reinhard Marx.

München/Vatikanstadt – Der Münchner Kardinal Reinhard Marx (66) bleibt Koordinator des Päpstlichen Rats für die wirtschaftlichen Angelegenheiten. Papst Franziskus habe ihn erneut in dieses Amt berufen, teilte das Erzbistum München und Freising am Donnerstag mit. Marx leitet den sogenannten Vatikanischen Wirtschaftsrat seit dessen Gründung 2014. Außerdem gehört er seit 2013 dem päpstlichen Beratergremium zur Reform der Römischen Kurie, den sogenannten Kardinalsrat an.

Der Wirtschaftsrat hat die Aufgabe, die Durchführung der wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls aufmerksam zu verfolgen. Zudem soll er über die Strukturen sowie über die administrativen und finanziellen Aktivitäten der Behörden der Römischen Kurie, der mit dem Heiligen Stuhl verbundenen Einrichtungen und des Staates der Vatikanstadt wachen. Das Gremium besteht aus 15 Mitgliedern - acht werden aus den Kardinälen und Bischöfen ausgewählt, sieben sind Laien und Experten aus verschiedenen Nationen, die über Finanzkompetenz und anerkannte Professionalität verfügen.

Berufung von sechs Frauen

Erstmals sind laut Mitteilung auch sechs Frauen in das Gremium berufen worden, darunter zwei aus Deutschland: die Düsseldorfer Juraprofessorin Charlotte Kreuter-Kirchhof, Expertin für öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht, und die Berliner Finanzspezialistin Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, gratulierte am selben Tag zu den Berufungen. Mit Kardinal Marx als Koordinator setze der Papst auf Kontinuität bei diesem wichtigen Thema. Seine Expertise sei in Rom und "bei uns" in der Bischofskonferenz unverzichtbar.

Zugleich nannte Bätzing die erstmalige Ernennung von Beraterinnen für den Rat ein "wichtiges Zeichen". In Rom werde so die Kompetenz von Frauen aufmerksam wahrgenommen und genutzt. Mit Kreuter-Kirchhof sei eine national und international anerkannte Juristin berufen worden. Die Deutsche Bischofskonferenz schätze ihr besonderes Engagement als stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Hildegardis-Vereins, der sich um die Förderung von Frauen in Führungspositionen kümmere. Kolak wiederum sei in der Bankenwelt eine hoch anerkannte Expertin, die bereits ihre hohe ökonomische Kompetenz unter Beweis gestellt habe. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirche und Missbrauch Frauen und Kirche

Das könnte Sie auch interessieren

Basilika San Francesco in Assisi
© imago images/Joana Kruse

Neue Enzyklika zur Coronakrise erwartet

Bei seinem Besuch in Assisi Anfang Oktober wird Papst Franziskus die Enzyklika unterzeichnen. Inhaltlich soll es um die Neuorientierung nach der Corona-Pandemie gehen. Auch der Name ist schon bekannt.

07.09.2020

© imago images/Lindenthaler

Augsburger Friedenspreis für Marx und Bedford-Strohm

Alle drei Jahre verleiht die Stadt Ausgburg gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern den Augsburger Friedenspreis. 2020 geht er an Kardinal Reinhard Marx und den evangelischen...

08.08.2020

Pater Jan Roser
© SJ-Bild

Jesuiten-Provinzial der Deutschen Provinz bestätigt

Nach dem Tod des bisherigen Provinzials Pater Johannes Siebner leitet Pater Jan Roser nun die Deutsche Provinz. Er hatte bereits die kommissarische Leitung übernommen.

04.08.2020

Carolin Kebekus
© imago images / Sven Simon

Kabarettistin Kebekus übt Kritik an Kirche

In einem Video wirft Carolin Kebekus der Kirche Frauenfeindlichkeit vor. Mit den Forderungen der Bewegung Maria 2.0 kann sie sich identifizieren.

10.07.2020

Kardinal Reinhard Marx
© SMB

Kardinal Marx über sein Buch "Freiheit"

Im Interview mit dem katholischen Medienhaus Sankt Michaelsbund spricht Kardinal Reinhard Marx über sein neues Buch "Freiheit", und was ihm der Begriff persönlich und im kirchlichen Kontext bedeutet.

02.06.2020

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren