Zukunft der katholischen Kirche Frauenbund-Chefin: Kirche braucht Reformen

23.08.2019

Die kirchlichen Aktionen "Maria 2.0" und "Maria, schweige nicht!" haben für viel Aufsehen gesorgt. Die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunde in Bayern, Emilia Müller, war davon überrascht.

Emilia Müller ist Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Bayern.
Emilia Müller ist Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Bayern. © SMB/Schlaug

München – Die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Bayern, Emilia Müller, ist nach eigenen Worten überrascht vom Zuspruch der Basis zu Aktionen wie "Maria 2.0" und "Maria, schweige nicht!". Dadurch seien Frauen "endlich aus ihrer langen frommen Zurückhaltung geholt" worden, sagte Müller am Donnerstag in München. Die Frauen hätten ihre Enttäuschung über jahrelange Missachtung nicht in Wut, sondern Mut verwandelt. Ihre Ungeduld sei nachvollziehbar, denn "Zeit zum Nachdenken war ausreichend gegeben". Sie fürchte aber, dass die "Amtskirche" die Zeichen der Zeit zu spät erkenne.

Reformen sind notwendig

Aus Müllers Sicht sind Reformen "zwingend notwendig für eine Zukunft der katholischen Kirche". Wenn Frauen und Männer gleichberechtigt Verantwortung übernähmen, habe die Kirche wieder eine Chance auf Attraktivität und Glaubwürdigkeit. Dazu gehöre auch die Öffnung aller Weiheämter für Frauen. Die 160.000 KDFB-Frauen in Bayern seien seit vielen Jahren eine wesentliche Triebkraft in den Kirchengemeinden. Darauf könne der Verband stolz sein. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Frauen und Kirche

Das könnte Sie auch interessieren

Frauen demonstrieren in Münster für eine Erneuerung der Kirche. (Juli 2019)
© Rüdiger Wölk - imago

Erneuerung der Kirche "Maria 2.0" will sich nicht am "synodalen Weg" beteiligen

Mit dem "synodalen Weg" soll Vertrauen zurückgewonnen und Lehren aus dem Missbrauchsskandal gezogen werden. Die Protestbewegeung "Maria 2.0" wird nicht mitmachen. Sie haben eine Anfrage abgelehnt.

03.09.2019

Volkspartein und Katholische Kirche stehen im Regen - Sie verlieren an Zuspruch.
© andreas160578 - pixabay

Landtagswahl in Sachsen und Brandenburg Volksparteien und Katholische Kirche vor gleichem Problem

Die Volksparteien in Deutschland haben ein Problem. Das gleiche wie die katholische Kirche. Ein Kommentar von Christian Moser.

02.09.2019

In vier Foren werden beim "synodalen Weg" Brennpunktthemen besprochen.
© kasto - stock.adobe.com

Synodaler Weg Zusammensetzung des Frauen-Forums steht fest

Vier Foren gibt es im Rahmen des "synodalen Weges". Nun sind die Teilnehmer des Forums "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" bekannt.

27.08.2019

Hiltrud Schönheit ist Vorsitzende des Katholikenrats in der Region München.
© Kiderle

Frauen in der Kirche Katholikenrats-Vorsitzende: Bischöfe müssen Farbe bekennen

Zölibat abschaffen? Diakonat der Frau einführen? Solche Fragen können nur in Rom entschieden werden, heißt es oft von den Bischöfen. Die Vorsitzende des Katholikenrats in der Region München, Hiltrud...

14.08.2019

Frauen sollen sagen, was ihnen in der Kirche unter den Nägeln brennt.
© Maksym Povozniuk - stock.adobe.com

Initiative "Maria 2.0" geht weiter Katholische Frauen starten "Maria, schweige nicht!"

Mit der Aktion sollen Frauen ermuntert werden, das zur Sprache zu bringen, wozu sie in der Kirche nicht länger schweigen wollen.

20.07.2019

Emilia Müller
© SMB/Schlaug

Emilia Müller im Interview „Frauen sind sachorientierter“

Emilia Müller, ehemalige bayerische Sozialministerin und neue Landesvorsitzende des KDFB, spricht über 100 Jahre Frauenwahlrecht.

13.11.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren