Neugestaltung Freisinger Domberg wird Deutschlands größte kirchliche Baustelle

12.06.2018

Das Erzbistum München und Freising beginnt mit der Neugestaltung des Freisinger Dombergs. Nun wurden die Projekte und die Baulogistik vorgestellt.

Fassade des Kardinal-Döpfner-Hauses am Freisinger Domberg.
Fassade des Kardinal-Döpfner-Hauses am Freisinger Domberg. © SMB

Freising – Nach mehrjährigen Vorarbeiten beginnt Mitte Juli die Neugestaltung des Freisinger Dombergs. Mit einem Kostenrahmen von 215 Millionen Euro handelt es sich um die derzeit größte kirchliche Baustelle Deutschlands. Die Arbeiten sollen bis 2024 abgeschlossen sein, wenn das Erzbistum die Ankunft seines Patrons Korbinian in Freising vor 1.300 Jahren feiert. Am Dienstag stellte die Bistumsleitung Details zu dem auch logistisch anspruchsvollen Vorhaben vor.

Das Gesamtprojekt gliedert sich in 30 Einzelmaßnahmen. Zuerst wird das seit 2013 wegen Brandschutzmängeln geschlossene Diözesanmuseum saniert. Mit rund 40.000 Exponaten zählt es zu den größten kirchlichen Museen weltweit. Es folgen die Umgestaltung des ehemaligen Domgymnasiums und der Neubau von zwei Seitenflügeln für das Kardinal-Döpfner-Haus mit seinen 150 Gästezimmern.

Visitenkarte des Erzbistums

Dazu kommen neue Außenanlagen, Wege und Zufahrten, darunter ein barrierefreier Zugang vom Fuß des Berges, für den derzeit ein Schrägaufzug favorisiert wird. Ein Wettbewerb, der sich mit Denkmalschutz und Beförderungstechnik beschäftigen wird, soll genauere Planungen ermöglichen. Die Finanzierung ist vollständig aus Rücklagen geplant, von denen laut Erzbischöflichem Finanzdirektor Markus Reif gut die Hälfte bereits gebildet sind.

Weitere Informationen zu der Neugestaltung finden Sie hier.

Generalvikar Peter Beer sagte, der Freisinger Domberg sei das kirchliche Zentrum der Erzdiözese und ihre Visitenkarte. Ziel der Umgestaltung sei "ein offener, spiritueller und inspirierender Ort für jetzige und künftige Generationen". Die Baumaßnahmen seien auch ein "symbolischer Schritt", in dem zum Ausdruck komme, dass sich die Kirche im Umbruch befinde. Weitere Schritte müssten folgen. Damit habe sich die Erzdiözese bewusst für eine Gesamtidee entschieden, anstatt die bereits bestehenden Einzelprobleme, etwa mit Fenstern, Leitungen und Abwasserkanälen, kleinteilig abzuarbeiten.

Materialtransport über 60 Meter hohe Kräne

Ab Sommer werden zwei mindestens 60 Meter hohe Kräne am Südhang das Erscheinungsbild des Freisinger Dombergs beherrschen. Über sie soll der Materialtransport fast vollständig abgewickelt werden, damit keine Baufahrzeuge auf den steilen Hügel fahren müssen, der sich rund 30 Meter über die Stadt erhebt. Für die Anfahrt zu den Kränen und ihren Umschlagplätzen soll eine Behelfsbrücke über die Moosach geschlagen werden. Während der Bauzeit bleibt der Dom für Gottesdienste und Besucher uneingeschränkt geöffnet.

Um die Bevölkerung und Interessierte einzubeziehen, wurde ein Kommunikationskonzept entwickelt. Dazu zählen ein Infopoint unterhalb der Kathedrale, Flyer, Veranstaltungen für Anwohner und als zentrale Plattform die Website www.domberg-freising.de. Den Planungen ging eine ausführliche Bürgerbefragung voraus.

Der Freisinger Domberg ist der historische Ort der Gründung des heutigen Erzbistums München und Freising im Jahr 739 durch den heiligen Korbinian. Seit dem frühen Mittelalter bis 1802 hatten dort die Freisinger Fürstbischöfe ihren Wohn- und Verwaltungssitz, später das Priesterseminar. Der historische Teil des Kardinal-Döpfner-Hauses und der Mariendom prägen bis heute das Stadtbild Freisings. (kna)

Einen ausführlichen Radiobeitrag zu dem Thema können Sie am 13. Juni in der Sendung "München am Mittag" (12 - 14 Uhr) im Münchner Kirchenradio hören. Den Podcast können Sie hier abonnieren.

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Ein Beitrag von Alois Bierl zur Umgestaltung des Freisinger Dombergs.

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