Online-Beratungsangebot für Jugendliche Freistaat fördert Suizidprävention

10.09.2018

Suizid ist bei jungen Menschen bis 25 Jahre die zweithäufigste Todesursache. Das Online-Beratungsangebot „U25“ der Caritas richtet sich an suizidgefährdete Jugendliche und junge Erwachsene. Der Freistaat Bayern will das Modellprojekt weiter fördern.

Der 10. September ist der „Welttag der Suizidprävention"
Der 10. September ist der „Welttag der Suizidprävention" © Kwest - stock.adobe.com

München/Nürnberg – Der Freistaat Bayern will die Hilfen für Suizidprävention ausbauen. Es sei wichtig, dass Menschen mit Suizidgedanken rechtzeitig Hilfe bekämen, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montag in München. So soll das bundesweit aktive Online-Beratungsangebot „U25“ für suizidgefährdete Jugendliche und junge Erwachsene, dessen bayerische Beratungsstelle beim Nürnberger Caritasverband angesiedelt ist, weiter gefördert werden. Huml kündigte für das Modellprojekt in Nürnberg ab Oktober eine Anschlussförderung in Höhe von rund 77.000 Euro bis Ende 2019 an. Das Angebot kooperiert mit Schulen und Ausbildungsstellen.

Insgesamt stellt das bayerische Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben mehr als 180.000 Euro für das Online-Portal zur Verfügung. Es biete seit Oktober 2016 ein Mail-Beratungs- und Begleitangebot für junge Menschen im Alter von bis zu 25 Jahren, die Suizidgedanken hätten. Auch Personen, die den Betroffenen nahestünden, könnten das Portal nutzen. Dabei werde die Anonymität gewahrt.

Jugendliche Krisenberater

Jugendliche wendeten sich mit ihren Problemen ungern an Erwachsene, erläuterte die Ministerin. Sie hätten zudem oft Hemmungen, die traditionellen Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Die Beratung bei „U25“ gehe auf die speziellen Bedürfnisse von jungen Erwachsenen ein. Die Ansprechpartner dort seien sogenannte Peers, also Gleichaltrige, die nach einer viermonatigen Ausbildung ehrenamtlich berieten. Die jugendlichen Krisenberater würden von erfahrenen hauptamtlichen Sozialpädagogen begleitet.

Nach den Worten von Huml ist Suizid bei Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen. Der 10. September ist der „Welttag der Suizidprävention". (kna)

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