Kolpingstunde Freiwilligendienst unter Coronavorzeichen

25.06.2020

Corona wirbelt auch den Einsatz der Kolping-Freiwilligen durcheinander. Anna Betz und Anthony Vélez erzählen, wie es ihnen seit Ausbruch der Pandemie ergangen ist.

Anna Betz über den Dächern der ecuadorianischen Hauptstadt Quito © privat

Als Anna Betz Ende August 2019 in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito aus dem Flugzeug steigt, um ihren Freiwilligendienst für Kolping anzutreten, ahnt sie nicht, dass ihr Freiwilliges Soziales Jahr in dem südamerikanischen Land schneller zu Ende gehen wird, als ihr lieb ist. Ende März dieses Jahres kommt das Coronavirus auch hierher. Die Abiturientin aus der Oberpfalz muss in Quarantäne, dann geht es Hals über Kopf mit der Rückholaktion der Bundesregierung nach Hause. In der Kolpingstunde erzählt Anna von diesen schwierigen Tagen, berichtet aber auch über die schönen Momente ihres Freiwilligendienstes wie dem Einsatz bei der Kolping Senioren-Speisung.

Zurzeit näht Anna übrigens Masken, deren Erlös der Kolping Ecuador-Hilfe zugute kommen. Und sie schmiedet auch schon wieder Zukunftspläne. Sobald die Pandemie überstanden ist, will sie zurück nach Ecuador, um mit ihrer Gastfamilie und den Freunden aus der Freiwilligen-Zeit das Ende der Krise zu feiern.

Auch für Anthony Vélez aus Ecuador beginnt der Freiwilligendienst bei Kolping in Oberbayern zunächst ohne Sorgen. Er besucht einen Deutschkurs, hält bei Kolpingsfamilien Vorträge über sein Heimatland und engagiert sich in der Mittagsbetreuung der Kolpingsfamilie Poing. Als der Lockdown kommt, ist das alles nicht mehr möglich. Anthony muss zuhause bei seiner Gastfamilie bleiben. In dieser Zeit erreichen ihn traurige Nachrichten aus seiner Heimatregion Mánabi. In seiner Familie gibt es Todesfälle, die mit Corona zu tun haben. Für Anthony ist das eine schlimme Zeit, weil er in Oberbayern bleiben muss, an eine Rückkehr ist nicht zu denken.

Mittlerweile hat sich Anthonys Alltag normalisiert. Er arbeitet wieder in der Mittagbetreuung und will demnächst Bayern verlassen, um bei einer Städtetour Hannover und Hamburg kennenzulernen. In zwei Monaten geht es dann zurück nach Ecuador, ganz sicher ist das aber noch nicht. Zurzeit gingen jedenfalls keine Flüge in seine Heimat, meint Anthony.



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Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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