Der Syrien-Konflikt Frieden um der Kinder willen

03.09.2013

Der Bürgerkrieg in Syrien traumatisiert die Zivilbevölkerung. Gerade Kinder leiden unter den ständigen Kampfhandlungen. Karin Hammermaier, Redakteurin bei der Münchner Kirchenzeitung, sieht eine „verlorene Generation“ mit einer zerstörten Kindheit heranwachsen.

Karin Hammermaier ist Redakteurin bei der Münchner Kirchenzeitung (Bild: Münchner Kirchenzeitung)

Unter einem Krieg leiden die Schwächsten immer am stärksten – die unbeteiligte Zivilbevölkerung und hier vor allem die Kinder. So auch in Syrien: Tagtäglich kommen Mädchen und Buben ums Leben, müssen als Kindersoldaten selbst zu Waffen greifen oder sich ihnen als Schutzschilde entgegenstellen. Mehr als eine Million Heranwachsende sind bisher vor dem Bürgerkrieg ins Ausland geflohen – etwa nach Jordanien, in den Libanon oder den Irak. Für das UN-Kinderhilfswerk Unicef markiert diese Zahl einen „Meilenstein der Schande“. Auch in Deutschland haben zwischen Januar und Juli fast tausend unbegleitete Minderjährige – nicht zuletzt aus Syrien – einen Asylerstantrag gestellt.

Was das für diese jungen Menschen bedeutet, kann die ältere Generation hierzulande vielleicht noch erahnen: Auch sie hat Krieg erlebt, manche sind selbst geflohen oder vertrieben worden. Ständige Kampfhandlungen traumatisieren gerade Kinder. Sie können nicht mehr zur Schule gehen, erhalten keine Bildung für die Zeit nach dem Krieg. Das Kinderhilfswerk „World Vision“ warnt deshalb davor, dass in Syrien – und den Aufnahmeländern der geflohenen Syrer – eine „verlorene Generation“ heranwächst.

Dass die Gewalt nach zweieinhalb Jahren Bürgerkrieg endlich endet, muss deshalb oberstes Ziel aller internationaler Bemühungen sein. Ob freilich der jüngst erwogene Militärschlag dazu beitragen kann, ist mehr als fraglich. Wohl eher würden Angriffe von außen die Situation der Zivilisten und damit der Kinder weiter verschlimmern und so noch mehr von ihnen in den Tod oder in die Flucht treiben. Papst Franziskus tut also gut daran, wenn er die Weltgemeinschaft auffordert, ihre Bemühungen um einen Frieden in Syrien zu verstärken – und dabei auch ausdrücklich das Schicksal der Kinder erwähnt. Sie sind schließlich die Zukunft jedes Landes, auch in Syrien. Hoffentlich folgen daher möglichst viele Christen der Einladung des Pontifex, den kommenden Samstag (7. September) als Tag des Gebets und des Fastens für den Frieden zu begehen.

Karin Hammermaier ist Redakteurin bei der Münchner Kirchenzeitung

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Friede

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren