Gründonnerstag Fußwaschung in der Abendmahlsmesse

13.04.2017

In den Gottesdiensten am Gründonnerstag steht die traditionelle Fußwaschung an. Lesen Sie hier, wem Kardinal Marx dieses Jahr die Füße im Münchner Liebfrauendom wäscht.

Kardinal Marx wäscht an Gründonnerstag im Münchner Liebfrauendom einer Frau die Füße (Archivbild).
Kardinal Marx wäscht an Gründonnerstag im Münchner Liebfrauendom einer Frau die Füße (Archivbild). © Kiderle

München – Die sieben Diözesanbischöfe in Bayern nehmen auch in diesem Jahr zu Gründonnerstag die traditionelle Fußwaschung in den Abendgottesdiensten an Männern und Frauen vor. 2016 hatte Papst Franziskus erstmals das Ritual für beide Geschlechter geöffnet. Die symbolträchtige Handlung, die an die Fußwaschung der Jünger durch Jesus beim letzten Abendmahl erinnert, war in der katholischen Kirche zuvor offiziell Männersache.

Kardinal Reinhard Marx wird im Münchner Liebfrauendom zwölf Frauen und Männern die Füße waschen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Sie stammen aus allen Regionen der Erzdiözese München und Freising und unterstützen Asylbewerber im Alltag. Dazu gehört etwa die Begleitung bei Behördengängen, die Vermittlung von Bildungsangeboten, aber auch die Organisation von Sachspenden.

Menschen mit Handicap berücksichtigt

In Bamberg wäscht Erzbischof Ludwig Schick Mitgliedern aus dem Diözesanrat die Füße, in Augsburg tut dies Bischof Konrad Zdarsa bei Frauen und Männern aus Augsburger Pfarreien sowie bei Menschen, die in Einrichtungen der Caritas leben oder betreut werden. In Eichstätt werden stellvertretend für die Apostel acht Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Caritas-Zentrums Sankt Vinzenz sowie deren acht Begleiter an der Zeremonie teilnehmen. Bischof Gregor Maria Hanke greift damit auf eine Empfehlung von Papst Franziskus zurück, der darum gebeten hatte, Kinder und alte Menschen ganz besonders auch solche mit Handicaps zu berücksichtigen.

In Würzburg entschied sich Bischof Friedhelm Hofmann für Vertreter des Diözesanrats und der Dompfarrei sowie für Flüchtlinge und Helfer. In Regensburg nimmt Bischof Rudolf Voderholzer das Apostolische Schreiben Apostolische Schreiben "Amoris laetitia" zum Anlass, für das Ritual Ehejubilare auszuwählen. So werden daran Ehepaare teilnehmen, die seit 25 bis 50 Jahren verheiratet sind, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Ehe-, Familien- und Lebensberatung und der Erziehungsberatungsstelle.

Dienst der Caritas

Der Passauer Bischof Stefan Oster wählte für seinen Kreis fünf Personen mit Behinderung und sieben Vertreter aus, die, mit Blick auf das Reformationsgedenken, besonders in der Ökumene engagiert sind. Er wolle damit unter anderem die Aufmerksamkeit für Menschen mit Behinderung wachhalten und zugleich den wichtigen Dienst der Caritas im Bistum würdigen. (KNA)

Papst Pius XII. hatte 1955 das jahrhundertealte, ursprünglich am Gründonnerstagmorgen vollzogene Ritual der Fußwaschung als möglichen Bestandteil der Abendmahlsmesse festgeschrieben. Im Römischen Messbuch von 1970 war ausdrücklich nur von männlichen Teilnehmern die Rede. Das bestätigte 1988 ein Rundschreiben der Gottesdienstkongregation mit dem Titel "Über die Feier von Ostern und ihre Vorbereitung". In Deutschland und anderen Ländern war es allerdings schon vor der Weisung von Franziskus in vielen Gemeinden üblich, an dem Ritual auch Frauen zu beteiligen.

Dieser Artikel gehört zum Thema Kar- und Ostertage 2017