Sozialethiker Markus Vogt G 8 Gipfel soll politische Lösung für Syrien anstoßen

17.06.2013

Der G8-Gipfel im irischen Enniskillen solle sich nach Meinung des Sozialethikers Markus Vogt darauf einigen, keine Waffen nach Syrien zu liefern. Dies entspreche der Perspektive einer christlichen Friedensethik, sagte er dem Münchner Kirchenradio.

Der Syrien-Konflikt beschäftigt auch den Gipfel (Bild:Andrii Salivon - Fotolia.com)

Es wäre eine Katastrophe, wenn Russland an die syrische Regierung Waffen liefere und die USA womöglich an die Rebellen, so die Einschätzung Vogts, Lehrstuhlinhaber für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität: „ Das sollte auf jeden Fall verhindert werden“. Schnelle Lösungen seien nicht in Sicht. Doch der Druck, den Ereignissen in Syrien nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sei so groß, dass die Akteure bei Gipfeltreffen zumindest einen Konsens über eine internationale Strategie finden müssten, sagte Vogt.

Der Gipfel könne grundsätzliche Signale setzen und biete die Gelegenheit, diplomatische Aktivitäten im Hintergrund in Gang zu setzen, betonte der Sozielethiker. Wenn man einen Zerfall Syriens verhindern wolle, müsse man Gespräche zwischen den Konfliktparteien anstoßen, um die Regierbarkeit des Landes auch nach Gesichtspunkten der Einhaltung von Menschenrechten zu sichern. Auch die Gefahr der Ausbreitung des Konflikt über andere Staaten der Region sei nicht zu unterschätzen, betonte er. Auch die Deutschen Hilfsorganisationen haben eine politische Lösung des Konflikts angemahnt, statt einer Aufrüstung der Konfliktparteien über Waffenlieferungen. (gh/kna)

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