Schock in Trier Gebet für Opfer der Amokfahrt

02.12.2020

Die Trauer über die Gewalttat lässt viele Menschen sprachlos werden. Die Kirchen haben daher am Dienstagabend zu einem ökumenischen Gebet eingeladen.

Kerzen im Trierer Dom
Kerzen im Trierer Dom in Gedenken an die Opfer der Amokfahrt. © kna

Trier – Mit einem ökumenischen Gebet haben die Kirchen am Dienstagabend in Trier der Opfer der Amokfahrt gedacht. "Noch gibt es für die furchtbare Tat keine Erklärung", sagte der katholische Bischof Stephan Ackermann im Dom der Stadt. Das Gebet wolle Raum geben, der Fassungslosigkeit, Sprachlosigkeit und Trauer, die in der Stadt angesichts der "brutalen Gewalttat" herrsche, Ausdruck zu verleihen.

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sprach bei einer Pressekonferenz vom "schwärzesten Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg". Am Mittwoch soll an der Porta Nigra ein Trauerort eingerichtet werden. An dem Gebet, das Ackermann mit dem evangelischen Trierer Superintendenten Jörg Weber leitete, nahmen etwa 150 Menschen teil. Parallel zu dem Gottesdienst im Dom läuteten in allen Trierer Kirchen die Totenglocken.

Sprachlosigkeit und Trauer

Auch andere Kirchenvertreter äußerten sich schockiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zeigte sich erschüttert. "In dieser Stunde von Sprachlosigkeit und Trauer bin ich den Opfern, den Verstorbenen, Verletzten und den Angehörigen verbunden", so Bätzing. Er will für alle beten, die "dieses Verbrechen aus nächster Nähe erleben mussten", besonders für alle Helfer. "Als ehemaligem Trierer lassen die verstörenden Bilder aus der Innenstadt bei mir Wut, Entsetzen und tiefe Traurigkeit zurück." Auch wenn die Motive der Tat nicht klar seien, sei diese "sinnlose Gewaltanwendung mit nichts zu rechtfertigen." Der Advent als Zeichen des Lichtes und der Hoffnung sei an diesem Tag sehr dunkel geworden.

Motiv der Tat unklar

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx zeigte sich "zutiefst erschrocken". Der ehemalige Bischof von Trier fühlt sich mit den Menschen in der Moselstadt eng verbunden im Gebet: „Ich bete für die Toten und für die Verletzten, für ihre Angehörigen und Freunde – und für alle Menschen in Trier und Umgebung, die mit dieser entsetzlichen Tat in ihrer unmittelbaren Nähe konfrontiert sind.“

Am Dienstagnachmittag war ein Autofahrer mit hohem Tempo durch die Fußgängerzone gefahren und hatte dabei mindestens fünf Menschen getötet und weitere zum Teil schwer verletzt. Die Polizei nahm eine Person fest und stellte ein Fahrzeug sicher. Das Motiv für die Tat ist noch unklar. Bei dem Festgenommenen handele es sich um einen 51 Jahre alten Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg. (kna/kas)


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