Besorgte Schwangere Geburt während Corona

04.04.2020

Die Geburt eines Kindes sollte ein wunderschönes Ereignis für die werdenden Eltern sein. In Zeiten der Corona-Pandemie sind aber viele verunsichert. Darf der Partner mit in den Kreissaal und welche Gefahr besteht für Mutter und Kind?

Mutter mit Baby im Arm im Krankenhausbett
Viele werdende Eltern sind durch die Coronakrise verunsichert wie die Geburt ihres Kindes ablaufen wird. © kieferpix - stock.adobe.com

München – Die Coronakrise wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus. So auch auf werdende Eltern und den Ablauf von Geburten. Die Münchner Geburtskliniken stimmen sich gemeinsam über ihr Vorgehen ab, um Schwangere, entbindende Frauen und Babies besonders zu schützen. Das beginnt schon bei Routineuntersuchungen im Krankenhaus. Der Partner dürfe die Schwangere zwar zur Klinik begleiten, müsse dann aber draußen warten, erklärt Petra Bönnemann, zuständig für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit im Klinikum Dritter Orden, gegenüber mk online.

Während der Geburt

Bei der Geburt selbst könne der Vater anwesend sein, soweit keine Infektion mit COVID-19 nachgewiesen ist oder der Verdacht besteht. "Den Vater oder eine andere nahestehende Vertrauensperson an ihrer Seite zu wissen, ist für die Gebärende natürlich eine wichtige Unterstützung. Sie erfüllen unter der Geburt wichtige Funktionen und sind sicherlich ein wichtiger mentaler Beistand.", so Bönnemann.

Der anwesende Partner müsse einen selbstmitgebrachten Mundschutz tragen und dürfe den Kreißsaal zwischendurch nicht verlassen. Nach dem gemeinsamen Bonding (Kontakt zwischen Eltern und Kind) im Entbindungszimmer würden Mutter und Kind auf die Wochenbettstation verlegt. Dort seien die Väter und jeder andere Besuch gerade nicht erlaubt.

Gefahren für Mutter und Kind

Eine Einschätzung über die Gefahren von Corona für Schwangere und Babies ist auf Grund der Neuartigkeit des Virus schwierig. Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) schreibt dazu: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung." 

Bei infizierten Müttern wurde weder ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten noch die Übertragung des Virus während der Schwangerschaft oder der Geburt auf das Baby beobachtet. "Bislang wurde international nur über 20 Schwangerschaften berichtet, alle fanden in China statt. In keinem Fall war ein Neugeborenes infiziert. Es wurden keine Auffälligkeiten bei Mutter und Kind berichtet.“, heißt es in dem Schreiben der Verbände.

Alles ganz anders

Neben dem Schutz von Müttern und Babies, gehe es bei den Maßnahmen der Geburtskliniken auch um den  Schutz aller übrigen Patienten und des Personals. "Unser Ziel ist es, auch in den nächsten Wochen einen sicheren Ablauf von Geburt und Wochenbettpflege gewährleisten zu können. Das setzt voraus, dass das notwendige Personal an Anästhesie, OP-Pflege, Anästhesiepflege, Geburtshilflichen Ärztinnen und Hebammen weiterhin dienstfähig bleibt.", so Bönnemann. 

Paaren, die nun in Sorge sind, dass während Corona alles ganz anders als erwartet ablaufen wird, wolle Bönnemann ermutigen, sich nicht verunsichern zu lassen: "Vertrauen sie darauf, dass unser geburtshilfliches Team während der Entbindung umsichtig und besonnen handeln und einfühlsam auf sie eingehen wird."

Die Autorin
Valerie Tiefenbacher
Medienmanagerin/Social-Video-Managerin
v.tiefenbacher@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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