50 Jahre Kennedy-Attentat Gedenken an den katholischen Präsidenten

22.11.2013

Er war der erste und bisher einzige katholische Präsident der USA: John Fitzgerald Kennedy. Vor 50 Jahren, am 22. November 1963, fiel der Nachkomme irischer Einwanderer in Dallas einem Attentat zum Opfer. Bis heute ranken sich um den Anschlag auf offener Straße unzählige Mythen und Verschwörungstheorien.

Kennedys Nachfolger Barack Obama und Bill Clinton legten 50 Jahre nach dem Attentat an seinem Grab einen Kranz nieder (Bild: imago/UPI Photo)

München – Am 22. November 1963 wurde der erste Katholik an der Spitze Amerikas im texanischen Dallas während der Fahrt in einer offenen Limousine erschossen. Bis heute wurde niemand für die Tat verurteilt. Die Warren-Kommission, die von Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson zur Untersuchung des Anschlags eingesetzt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass der 24-jährige Lee Harvey Oswald alleine für den Mord verantwortlich ist.

Oswald wurde jedoch zwei Tage nach dem Attentat - noch bevor er angegklagt werden konnte – bei der Überführung in das Staatsgefängnis von Dallas von dem Nachtklub-Besitzer Jack Ruby erschossen. Da es deshalb nie zu einem Mordprozess kam und den Ermittlungsbehörden zahlreiche Pannen unterliefen, etwa bei der Autopsie Kennedys oder der Sicherstellung der Tatwaffe, gilt der Fall nicht nur bei Verschwörungstheoretikern als nicht abgeschlossen. Die Mehrheit der Amerikaner glaubt bis heute nicht an die Einzeltäterschaft Oswalds.

Erst mit dem Amtsantritt Kennedys 1961 galten Katholiken als „selbstverständliche Teilnehmer“ der amerikanischen Gesellschaft. So formulierte es der Politologe Werner Weidenfeld vor einiger Zeit im Münchner Kirchenradio. Vor Kennedy sei es undenkbar gewesen, dass in Amerika ein Katholik Präsident werden konnte. Wer Ambitionen hatte, politische Karriere zu machen, arbeitete nicht mit seinem katholischen Hintergrund. Bei Kennedy wusste man zwar, dass er Katholik ist, „aber er war so charismatisch, so attraktiv als Politiker, dass er dennoch gewählt worden ist“, so der Direktor des Münchner 'Centrums für angewandte Politikforschung'.

Heutzutage sei es ganz normal, dass ein Katholik wie Joe Biden Vize-Präsident ist, so Weidenfeld. Spätestens seit der Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen mit dem Vatikan im Jahr 1984 habe sich die gesellschaftliche Lage der US-Katholiken endgültig normalisiert. (ksc/ph)

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