Missionsarbeit Geld statt Gebet?

22.06.2018

Für die Missionarbeit wird Geld benötigt. Es wird also aufgerufen zu spenden. Doch was ist mit der Bitte für ein Gebet? Ist das nicht genauso notwendig?

Mehr ans Geld statt ans Gebet gedacht?
Mehr ans Geld statt ans Gebet gedacht? © AdobeStock/Tiko

Dieser Tage tauchte ein Brief bei uns auf, der eigentlich schon lange da war. Aber einer aus unserem Team ist seit längerer Zeit krank und so haben wir mal nachgesehen, was da vielleicht noch alles unerledigt ist.

Es ist ein schöner Brief, aber er hat mich ein wenig nachdenklich gemacht. Denn der Freund unserer jesuitischen Missionsarbeit schreibt, dass wir in den vergangenen Jahren eher und deutlicher um die finanzielle Hilfe für die Mission bitten als um Freundschaft und das Gebet, die ja beide quasi unsere Arbeit für die Jesuitenmission wie einen wärmenden Mantel umgeben.

Mehr ans Geld statt ans Gebet gedacht?

Jeder versteht, dass uns dieser Brief nachdenklich gemacht hat; denn wer will sich gerne den Vorwurf machen lassen, mehr ans Geld als ans Gebet zu denken. Und irgendwie hat der Briefschreiber nicht zu Unrecht den Eindruck gehabt, wir würden mehr an die finanzielle Hilfe für Notprojekte wie Flüchtlingsarbeit, Erdbeben, Brunnenbohren oder Kirchen- und Schulbau kümmern.

Ich habe ihm einen Brief geschrieben und mich bedankt, dass er uns auf etwas ganz Wichtiges unserer Arbeit hinweist: Was hilft es einem Haus, wenn die Ziegel nicht gut mit Mörtel verbunden sind und der Taifun kommt, wie ich ihn in Indien erlebt habe, und die kleinen Häuser der Fischer vom Sturm zerstört wurden.

Pater Jörg Dantscher ist stellvertretender Missionsprokurator der Jesuiten in Nürnberg.
Pater Jörg Dantscher ist stellvertretender Missionsprokurator der Jesuiten in Nürnberg. © privat

Gottes Wohlwollen und menschliche Freundschaft

Ich weiß nicht, ob wir immer das Gebet mit dem Mörtel zwischen Ziegeln vergleichen können, der der Mauer Widerstandsfähigkeit gibt. Aber es bleibt der Hinweis, dass bei all dem, was wir an Werken anfangen – und mögen sie noch so gut und edel für die Menschen in Notsituationen sein –, eben doch der Segen Gottes und das Wohlwollen der Menschen und ihre Freundschaft ganz wichtig sind.

Das Handeln durch Gebet begleiten

Ich weiß auch nicht, ob für einen jeden von uns damit die Notwendigkeit von Gebet füreinander gut beschrieben ist. Aber ich bin froh, dass es aufmerksame Menschen gibt, die mich darauf hinweisen: „Es ist nicht nur mein Geld für dich und deine Arbeit wichtig, sondern auch mein Gebet. Es ist nicht nur wichtig, dass du mit meiner finanziellen Hilfe etwas bewerkstelligen kannst, sondern dass ich dein Tun mit meinem Gebet begleite.“ Ich danke für diesen Brief – und ich werde ihn mir nicht nur hinter die Ohren, sondern auch ins Herz schreiben. (Pater Jörg Dantscher)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Die Kirche und das liebe Geld

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