Ministranten in Rom Gelebte Inklusion bei der Miniwallfahrt

30.07.2018

Über 5.000 Ministranten aus dem Erzbistum sind seit Sonntag in Rom unterwegs. Warum die Gruppe aus dem Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen eine besondere Gemeinschaft ist, lesen Sie hier.

Eröffnungsgottesdienst in der Lateranbasilika in Rom
Eröffnungsgottesdienst in der Lateranbasilika in Rom © SMB/Bierl

Rom – 14 Stunden Busfahrt und 50 glückliche Ministranten: Die Kinder und Jugendlichen aus dem Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen wollen an diesem Sonntagnachmittag keinen Schlaf nachholen, sondern sofort Rom kennenlernen. Mit einem der fast 80 Busse aus dem Erzbistum München und Freising sind sie am Mittag in der Ewigen Stadt angekommen und nehmen an der Internationalen Ministrantenwallfahrt teil.

Wie die anderen Messdiener und Messdienerinnen aus der Erzdiözese sind sie an ihren Strohhüten mit dem weißblauen Band und dem Schriftzug „Ministrieren“ zu erkennen. Und natürlich tragen sie auch „Pässe“ um den Hals, mit denen sie abends am diözesanen Eröffnungsgottesdienst in der Lateranbasilika teilnehmen dürfen. Früher residierten dort die Päpste, an diesem Tag gehört sie den Ministranten aus Oberbayern.

Bereicherung aus Schönbrunn

Die Gruppe aus dem Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen ist unter den vielen Mädchen und Jungen eine besondere Gemeinschaft: Sie lebt Inklusion und hat gehandicapte Jugendliche aus den Schönbrunner Behinderteneinrichtungen mitgenommen, die ebenfalls Sonntag für Sonntag als Ministranten am Altar stehen. „Die Jungen aus Schönbrunn sind für uns eine Bereicherung“, sagt Pfarrer Michael Bartmann, der die 50 Ministranten anführt: „Wir lernen durch sie etwas langsamer und ruhiger unterwegs zu sein und mit staunenden Augen auf Rom zu schauen.“ Das kann in einer Stadt wie Rom, die so viele Eindrücke auf einmal zu bieten hat, nur von Vorteil sein.

Damit unterwegs nichts schiefgeht, sind die Jugendlichen aus Schönbrunn immer in Zweiergruppen unterwegs. So begleitet der Student Andreas den 30-jährigen David, der in einer betreuten Werkstatt arbeitet. Und beide haben denselben großen Wunsch: auf alle Fälle den Papst am Dienstag sehen und ihm so nah wie möglich kommen. Dass er unter den zehntausenden Ministranten irgendwie trotz seines Begleiters verloren gehen könnte, davor hat er keine Angst. „Dafür hat man ja Handy und das“, und dabei deutet er auf den roten Notfallzettel, der ebenfalls an seinem Pass hängt.

Flagge zeigen

David hat außerdem noch ein anderes Ziel: er hofft, Flagge zu zeigen und während der gesamten Wallfahrtstage eine Fahne des Erzbistums tragen zu dürfen. Heute Abend werden sie an verschiedene Gruppen ausgeteilt und einige Fahnen sind noch übrig. Vielleicht orientieren sich dann andere Jugendliche aus der Gruppe an David. Schließlich wäre er mit seiner Flagge immer deutlich erkennbar. Und er ist sich sicher, dass er mit seinem roten Zettel immer ins Hotel an der Via Cavour zurückfindet.

Der Autor
Alois Bierl
Radio-Redaktion
a.bierl@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Miniwallfahrt 2018

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