450 Jahre Eichstätter Collegium Willibaldinum Genn für Zusammenlegung der Priesterseminare

12.10.2014

Das älteste Priesterseminar Deutschlands ist in Eichstätt. Am Sonntag feierte es sein 450-jähriges Bestehen. Aufgrund des Nachwuchsmangels sucht die Deutsche Bischofskonferenz nach neuen Wegen in der Ausbildung.

Bischof Felix Genn (Bild:imago)

Eichstätt - In Eichstätt ist am Wochenende das 450-jährige Bestehen des ältesten deutschen Priesterseminars gefeiert worden. Der Münsteraner Bischof Felix Genn regte in seinem Festvortrag die Zusammenlegung der mehr als 25 Einrichtungen in Deutschland zu "einigen wenigen größeren Seminaren" an. Zur Begründung verwies er auf den anhaltenden Nachwuchsmangel. Mancherorts seien die Lerngruppen inzwischen viel zu klein für notwendige gruppendynamische Prozesse und die Erfahrung kirchlicher Gemeinschaft.    

In den Seminaren sollten künftig außerdem andere Studenten mitwohnen, "die gar nicht beabsichtigen, Priester zu werden", schlug Genn vor, der in der Deutschen Bischofskonferenz für kirchliche Berufe zuständig ist. In Deutschland geht die Zahl der Priester seit Jahrzehnten zurück. 2013 bereiteten sich 649 Männer auf diesen Beruf vor. Zehn Jahre zuvor waren es noch 50 Prozent mehr. Ein überdiözesanes Priesterseminar gibt es bereits in Erfurt. Manche Bistümer kooperieren in einzelnen Ausbildungsphasen. Das Eichstätter Seminar beherbergt zunehmend auch Kandidaten aus dem Ausland, die aber zum Arbeiten in ihre Heimatländer zurückkehren.

Genn verwies auf einen "fundamentalen Umbruch" der Kirche in Deutschland. Dieser zeige sich auch in den Lebenswegen der angehenden Priester. Viele seien nicht mehr von Kindesbeinen an religiös aufgewachsen oder stammten aus gebrochenen Familienverhältnissen. Mitunter lasse "die menschliche Reifung sehr zu wünschen übrig". In einer "versexualisierten Welt" sei die priesterliche Ehelosigkeit eine eigene Herausforderung. Das Seminar müsse die künftigen Priester zunächst zum rechten Menschsein und wahren Christsein führen, bevor es um die Befähigung zur Seelsorge gehe.  


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