Jahrespressekonferenz Caritas Georg Falterbaum wird neuer Caritasdirektor der Erzdiözese

18.07.2017

Auf der Jahrespressekonferenz der Caritas wurde heute eine wichtige Personalie öffentlich gemacht: Georg Falterbaum folgt Prälat Hans Lindenberger als Caritasdirektor nach. Seine Ernennung bedeutet ein Novum in der Geschichte des Verbandes.

Georg Falterbaum tritt die Nachfolge von Prälat Hans Lindenberger an.
Georg Falterbaum tritt die Nachfolge von Prälat Hans Lindenberger an. © Kiderle

München – Ein neuer Chef wird bald an der Spitze des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising stehen. Dies wurde am Dienstag in München auf der Jahrespressekonferenz der Caritas bekannt. Georg Falterbaum ist bereits Mitglied im Vorstand des Verbandes. Am 1. Februar 2018 tritt er die Nachfolge von Prälat Hans Lindenberger an. Damit leitet zum ersten Mal ein Laie und kein Priester die Caritas im Erzbistum. Der Kölner Georg Falterbaum ist dann für mehr als 8500 Mitarbeiter verantwortlich. Er setzt wie sein Vorgänger auf das, was der Caritas stets wichtig ist: die Themen Solidarität und Integration, auch wenn das in letzter Zeit mehr Arbeit geworden sei. „Dabei haben wir darauf geachtet, dass neben der Hilfe für Flüchtlinge keine andere soziale Tätigkeit eingestellt oder auch nur reduziert worden ist“, betont Falterbaum. „Wir betreuen weiterhin viele Menschen in Armutsfragen, in der Schuldnerberatung oder bei Erziehungsthemen.“

Falterbaum ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er freue sich auf die neue Aufgabe und wisse, worauf er sich einlasse, sagte er auf Nachfrage. In Bayern fühlt er sich eigenen Worten zufolge "pudelwohl". So schätze er als Rheinländer mittlerweile nicht zur das Weißbier, sondern habe sogar das "Schafkopfen" gelernt.

Im Bereich der Integration engagiert sich die Caritas unter anderem mit der Jahreskampagne „Zusammen sind wir Heimat“. Und sie zeigt deutlich: schon lange helfen viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter Flüchtlingen, sich hier einzugewöhnen. Wenn man auf die Finanzen der Caritas schaut, steht sie insgesamt gut da, betont Falterbaum. Auch wenn viele der Caritas-Dienste nicht öffentlich refinanziert werden: „Dazu gehört etwa die ganze Armutsarbeit, die wir gerade mit den Pfarrgemeinden vor Ort betreiben. Da sind wir auf die Unterstützung der Erzdiözese angewiesen. Öffentliche Förderung gibt es da nicht.“ Für einen Großteil der Caritas-Projekte bewillige die öffentliche Hand zwar Fördermittel, aber selten in ausreichendem Umfang. Daher müsse die Caritas mit Eigenmitteln diese Tätigkeiten unterstützen.

Mitarbeiter sind großer Schatz

Falls es doch mal zu finanziellen Engpässen kommt, gleicht das die Caritas mit Spenden aus. Dafür dankt der scheidende Caritas-Direktor Prälat Lindenberger wie auch für den vielfältigen Einsatz von Menschen für die Projekte der Caritas: „Ich bin stolz auf diesen großen Schatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas, die ganz nah am Menschen die alltägliche Arbeit leisten – mit Fachkompetenz, Freundlichkeit und dem Herzen am rechten Fleck. Unsere Mitarbeiter sind unsere große Kraft als Caritasverband.“

Künftig wird sie ein Caritas-Präses seelsorglich begleiten. Wer das sein wird, ist noch nicht bekannt. Der Präses wird nicht dem Vorstand angehören, sondern auf das geistige Leben und die spirituelle Mitte des Verbands achten. Vielleicht weiß man ja schon Anfang 2018 mehr, wenn Georg Falterbaum offiziell als Caritas-Direktor eingeführt wird. (Eva-Maria Knappe)


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