Religiöses Buch des Monats Glaube ganz einfach

15.10.2018

WDR-Moderatorin Yvonne Willicks spricht in ihrem Buch "Glaube ganz einfach" von ihrem persönlichen Glaubensleben. Gerade dadurch ist es ein ungeheuer ermutigendes Buch.

Thomas Steinherr ist Lektor beim Sankt Michaelsbund.
Thomas Steinherr ist Lektor beim Sankt Michaelsbund. © SMB/Fleischmann

München – „Glaube – ganz einfach.“ Eine Einführung in den christlichen Glauben, die wirklich gar nichts voraussetzt und ganz ohne theologische Fachbegriffe die wichtigsten Grundlagen und vor allem lebenspraktischen Auswirkungen des Glaubens gut verständlich erklärt – so etwas können heute viele Menschen gut gebrauchen. Und wenn die Autorin dieser Einführung eben gerade keine Theologin, sondern eine „normale“ Christin ist: umso besser! Dass Yvonne Willicks obendrein eine Fernsehmoderatorin ist, bekannt durch mehrere Sendungen mit praktischen Ratschlägen zu Hauswirtschaft und Verbraucherschutz, ist natürlich ein besonderer Glücksfall: Ihr Name ist gewissermaßen ein Garant für die anschauliche Vermittlung von konkreter Lebenshilfe im Alltag, und außerdem hilft ein prominentes Gesicht auf dem Buchumschlag allemal, Interesse an dem Buch zu wecken.

Überzeugte Christin

Allerdings kann der Buchtitel auch noch einmal anders verstanden werden, und zwar als eine Aufforderung, den christlichen Glauben doch einfach einmal im eigenen Leben auszuprobieren und zu sehen, wie es sich damit leben lässt. Yvonne Willicks geht als überzeugte Christin davon aus: Gott liebt die Menschen und er will sich von ihnen finden lassen – also können wir ihm auch überall in unserem Leben begegnen, wenn wir ihn nur suchen. Sie schildert in offenen Worten und mit anschaulichen Beispielen und Bildern, wie sie in ihrem Leben sowohl im Alltag wie auch in schwierigen Lebenssituationen ihren Glauben an Gott lebt und welche Auswirkungen das auf ihr Leben hat.

Ein mutiges Buch

Anhand ihrer eigenen Glaubensgeschichte zeigt Yvonne Willicks, dass Glaube in erster Linie eben nicht das Für-wahr-Halten von Dogmen, sondern vor allem Begegnung ist, eine Begegnung mit Gott, aus der das Vertrauen wächst, dass Gott mich in meinem Leben immer und überall begleitet und nicht im Stich lässt, auch nicht in den unvermeidlichen Erfahrungen von Leid und Verlust. – Es ist ein mutiges Buch, weil die Autorin sich nicht scheut, wirklich ganz persönlich von ihrem eigenen Glaubensleben zu sprechen, und es ist gerade durch dieses persönliche Glaubenszeugnis ein ungeheuer ermutigendes Buch, das viele Leser/innen überzeugen wird, es auch selber doch einmal oder wieder einmal oder trotz allem auch weiterhin mit dem Glauben zu versuchen. (Thomas Steinherr)

Das Religiöse Buch des Monats

Seit dem Jahr 2000 wählen der Sankt Michaelsbund und der Borromäusverein jeden Monat ein Buch zum "Religiösen Buch des Monats". Das Anliegen der Auszeichnung ist es, Bücher zum Thema Religion und Glauben in ihrer Bandbreite bekannter zu machen. Dazu wählen die Lektorate monatlich ein Buch aus, das aus Sicht des christlichen Glaubens ein grundlegendes Thema aufgreift wie Orientierung und Sinn im Leben, Gemeinschaft, gesellschaftliche Verantwortung. Diese Bücher geben Rat in verschiedenen Lebenssituationen, greifen Lebensschicksale auf, regen an, das Leben und den Jahreskreis bewusst zu gestalten oder tragen zu gesellschaftlichen und kirchlichen Debatten bei. Die Bücher erreichen so Menschen, die sich Fragen der Gesellschaft und den eigenen biografischen Herausforderungen bewusst stellen wollen und diese Fragen im Licht des religiösen Glaubens reflektieren und vertiefen.

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