Zum Josefstag „Gott fügt hinzu“

19.03.2017

Normalerweise wird des heiligen Josefs am 19. März gedacht. Heuer aber wird das Josefs-Fest um einen Tag verschoben. Warum, erläutert Pfarrer Josef Mayer hier.

Statue des heiligen Josef in der Wallfahrtskirche Weihenlinden © Bliemetsrieder

Da in diesem Jahr der Gedenktag auf einen Sonntag trifft, sind alle eingeladen am Montag das Josefs-Fest zu feiern, und nicht am 19. März, dem eigentlichen Josefitag. Der Name Josef stammt aus der Bibel und wurde vom hebräischen Namen yosef‚ Jahwe möge [einen Sohn] dazugeben‘ oder „hinweggenommen hat Jahwe meine [Rahels] Schmach“ entlehnt. Die erste angegebe- ne Bedeutung des Josefnamens bezieht sich auf die Zahl der Kinder Jakobs, dessen elfter Sohn Joseph hieß.

In der Ostkirche wurde der heilige Josef schon sehr früh verehrt, in der Westkirche dagegen erst ab etwa 850. Papst Pius IX. erklärte den heiligen Josef 1870 zum Schutzpatron der katholischen Kirche. Papst Leo XIII. würdigte in seiner Enzyklika „Quamquam pluries“ vom 15. August 1889 nachdrücklich dessen hervorragende Verehrung. Pius XII. führte 1955 als kirchliches Pendant zum weltweit begangenen Tag der Arbeit den Gedenktag Josef der Arbeiter ein. Die Einfügung des Gedenktags in den liturgischen Kalender war eine Reaktion der Kirche auf die soziale Bewegung.

Josef Mayer ist Landvolkpfarrer für Bayern und geistlicher Direktor des Hauses Petersberg. © Archiv

Josef wurde von Papst Johannes XXIII. neben der Gottesmutter Maria zum besonderen Schutzpatron des Zweiten Vatikanischen Konzils bestimmt und seine Anrufung in das erste Hochgebet eingefügt. Im 20. Jahrhundert wurden Josef mehr katholische Kirchen geweiht als irgendeinem anderen Heiligen (die Patrozinien der Gottesmutter ausgenommen).

In der barocken Ikonografie ist der Tod des heiligen Josef ein beliebtes Thema. So wurde er zum Schutzpatron der Sterbenden. Außerdem gilt er als Schutzpatron der Jungfrauen und der Eheleute sowie vieler Berufsgruppen, zum Beispiel der Handwerker, Wagner, Schreiner und Zimmerleute. In der christlichen Ikonografie wird Josef oft mit seinen Attributen, einem Winkelmaß für seinen Beruf als Zimmermann und der weißen Lilie, einem Symbol der Keuschheit beziehungsweise Reinheit, dargestellt. (Josef Mayer)


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