Wallfahrt nach Maria Eich Gott und der Mammon

23.09.2013

Das Gebet für den Frieden in Syrien und in den Ländern Nordafrikas stand für Uwe Karrer, den Vorsitzenden des Katholikenrats der Region München, im Mittelpunkt der diesjährigen Stadtwallfahrt nach Maria Eich. Für viele der 550 Teilnehmer ist diese Wallfahrt eine liebgewonnene Tradition.

550 Gläubige nahmen an der Wallfahrt nach Maria Eich teil (Bild: Kiderle)

Planegg - Für einen war die Stadtwallfahrt nach Maria Eich eine Premiere: Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg ging zum ersten Mal mit auf dem alten Pilgerweg zwischen Gräfelfing und Planegg, um dann unter freiem Himmel das Gleichnis vom ungetreuen Verwalter auszulegen, das mit dem Jesus-Wort schließt: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ (Lukas 16,13).

Die Wallfahrt nach Maria Eich wurde begründet zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als zwei Burschen ein Marienbild in einer hohlen Eiche aufstellten. Wallfahrerinnen wie die 90-jährige Maria Nibler aus Haidhausen kennen den Weg nach Maria Eich „von Jugend auf“, die 38-jährige Slowakin Milada Vysoka war zum ersten Mal dabei, weil sie die Hilfe Marias in einer persönlichen Notsituation erfahren hat. Und Elfriede Smith war schon am frühen Morgen als Wahlhelferin aktiv, um dann am Nachmittag mit Gebet und Gesang zu Ehren Marias durch das Planegger Holz zu ziehen.

In seiner Predigt erläuterte der Bischofsvikar, dass Jesus bewusst provozieren wolle mit seinem Wort über den „Mammon“ – gemeint sei unrechtmäßig erworbenes Geld. Denn worauf es im Leben ankomme, sei nicht die Anhäufung von Reichtümern, sondern die Beziehungen zu den Mitmenschen und zu Christus: „Selbst die Kirche kann zum Mammon werden, wenn wir sie nach unseren Vorstellungen stricken.“ Deshalb solle man in der Kirche, auch in den Pfarreien, diejenigen in den Blick nehmen, die stören könnten, die am Rand stehen, die unter die Räder gekommen sind.

Und mit Blick auf die nächsten Pfarrgemeinderatswahlen mahnte Graf zu Stolberg: „Es darf nicht nur der alte Klüngel weiter kandidieren, sondern wir müssen offen sein für neue Köpfe – auch für solche, die vielleicht Unruhe hereinbringen.“ (Annette Krauß)


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