Frage nach Existenz Gott? Wer ist das eigentlich?

19.11.2019

Die Frage nach Gott ist nach wie vor aktuell. Im März 2020 wird es in München Foren, Referate und Streitgespräche rund um die Frage geben. Die Stiftung Bildungszentrum veranstaltet „Gott.neu.denken – der Kongress“.

Die Frage nach Gott bleibt eine intellektuelle Herausforderung.
Die Frage nach Gott bleibt eine intellektuelle Herausforderung. © Wirestock - stock.adobe.com

München – Wer ist Gott für mich? Wie kann dieser Gott ausschauen, und was bedeutet es, dass Gott eine Person ist? Diese und viele andere Fragen sollen am 13. und 14. März nächsten Jahres bei „Gott.neu.denken – der Kongress“ diskutiert werden. Die Direktorin der Stiftung Bildungszentrum, Claudia Pfrang, bringt an diesem Wochenende Professoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammen, die zum ersten Mal interdisziplinär über Gott diskutieren und auch mit den Teilnehmern ins Gespräch kommen.

„Gott.neu.denken – dahinter verbirgt sich, dass die Gottesfrage heute virulenter denn je ist“, erklärt Pfrang im Gespräch mit der Münchner Kirchenzeitung (MK), „die Menschen fragen nach Gott.“ Das Projekt solle die Menschen ermutigen, über die Gottesfrage nachzudenken.

Über die Gottesfrage diskutieren

Vor vier Jahren hatte Pfrang ihre Idee des Projektes „Gott.neu.denken“ in Ebersberg ins Leben gerufen – als Modulreihe. Nun soll das bisherige Konzept vertieft und ausgebaut werden. „Die Frage nach Gott, ob und wie er existiert, wie man von Gott im Konzert und Kontext der wissenschaftlichen Erkenntnisse reden kann, bleibt hochaktuell und eine intellektuelle Herausforderung – in religionskritischer, suchend-agnostischer oder gläubig-bejahender Hinsicht“, sagt Pfrang. Der Kongress über zwei Tage im nächsten Jahr birgt eine Neuerung: Die Professoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen wie Theologie, Natur- und Sozialwissenschaft, Philosophie und Psychologie werden interdisziplinär, also über die Disziplinen hinweg, miteinander über die Gottesfrage nachdenken und diskutieren. „Das ist auch das Spannende“, verrät Pfrang, „wir gehen weg von den Modulen hin zum interdisziplinären Austausch.“

Streitgespräche, Foren, Referate

Natürlich bekommen auch die Teilnehmer des Kongresses die Möglichkeit, mitzudiskutieren. Zum einen wird es verschiedene Diskussionsformen geben wie Streitgespräche zwischen den Professoren aus unterschiedlichen Fachbereichen, zum anderen Foren und Referaten. „Dann werden die Professoren auch mit den anwesenden Teilnehmern in den Dialog treten, das ist uns ganz wichtig, dass jeder mitdiskutieren kann“, berichtet die Direktorin der Stiftung Bildungszentrum

Das ist schon bald möglich, da Pfrang und ihre Mitarbeiter online ein Diskussionsforum bieten sowie Podcasts der teilnehmenden Professoren machen wollen, „damit wir im Vorfeld bereits eine Diskussionsmöglichkeit haben“.

Botschaft neu formulieren

Warum ist es heutzutage relevant, Gott neu zu denken? „Weil viele Antworten, die wir traditionellerweise geben, für viele Menschen heute nicht mehr schlüssig sind“, erklärt Pfrang, „viele Menschen stellen sich auch die Frage nach dem personalen Gott, die im Christentum ja ein wesentlicher Bestandteil ist. Da sei es doch wichtig, genau zu erfahren: Was heißt denn eigentlich, Gott ist eine Person? Wer ist dieser Gott, der uns begleitet? Wie können wir heutzutage ganz vernünftig von Gott reden? Da müssen wir wohl auch manche Botschaft neu formulieren“, meint Pfrang.

Angesichts der Coronavirus-Epidemie ist der der Kongress Gott.neu.denken abgesagt worden!

Die Autorin
Susanne Hornberger
Münchner Kirchenzeitung
s.hornberger@st-michaelsbund.de


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