Glaubensimpuls Gottes Angebot an die Menschen

14.04.2018

„Wo bist du?“ ist zur Standardfrage am Telefon geworden. Dabei geht es um mehr als nur zu erfahren, wo der andere sich befindet. Auch in der Bibel wird die Frage sehr schnell gestellt.

Durch die Erreichbarkeit über Handy ist nicht klar, wo der Anrufer angetroffen wird.
Durch die Erreichbarkeit über Handy ist nicht klar, wo der Anrufer angetroffen wird. © AdobeStock/Farknot Architect

Wo bist du?“ Mit dieser Frage wird heute häufig ein Telefonat eröffnet. Mittlerweile dürfte diese Frage zu den am meisten gestellten am Telefon gehören. Das ist der Mobiltelefonie geschuldet. Früher gab es nur Festnetztelefone und der Anrufer konnte über den Standort des Angerufenen Bescheid wissen. Am Handy dagegen ist man auch im Supermarkt oder in der U-Bahn erreichbar, und nicht jeder dieser Orte eignet sich für vertrauliche und private Gespräche. Es ist also wichtig geworden, am Telefon zu fragen: „Wo bist du?“

Es ist eine Frage, die vordergründig nur nach einer geographischen Angabe verlangt. Vielmehr aber erwartet man sich durch die Antwort die Sicherheit, dass der Anrufer nicht stört und dass der Angerufene im Moment Zeit hat und sich ganz auf den Anrufer konzentrieren kann. Wenn ich angerufen werde, symbolisiert der Ort, an dem ich stehe, meine Möglichkeit und meine Bereitschaft, mich auf jemanden einzulassen.

In der Bibel wird die Frage am Anfang der Menschheitsgeschichte gestellt. Adam und Eva aßen die Frucht vom Baum der Erkenntnis. „Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren […] Als sie an den Schritten hörten, dass sich Gott, der Herr, beim Tagwind im Garten erging, versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott, dem Herrn, inmitten der Bäume des Gartens. Aber Gott, der Herr, rief nach dem Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?“ (Gen 3,7–9)

Gottes Anruf ereilt Pfarrer Stephan Fischbacher immer - egal wo er sich befindet.
Gottes Anruf ereilt Pfarrer Stephan Fischbacher immer - egal wo er sich befindet. © privat

Gottes Anruf

Die Bibel stellt uns Gott als jemanden vor, der von sich aus den Menschen sucht, indem er fragt: „Wo bist du?“ Wenn wir uns vorstellen, dass Gott diese Frage auch an uns richtet, dann ist bestimmt nicht der geographische Aufenthaltsort gemeint. Ein allwissender Gott wüsste ja schon die Antwort, bevor er die Frage stellt. Die Bedeutung dieser Frage ist mit der Frage am Handy vergleichbar. „Wo bist du?“ bedeutet: Bist du bereit, dich auf mich einzulassen? Hast du offene Ohren für mich? Kannst du Antwort geben? Bist du bereit, meine Gegenwart zu erfahren und auszuhalten?

Es ist Gottes Angebot an alle Menschen, dass wir ihm gegenübertreten dürfen, so wie wir sind, auch in unserem Wissen um unsere Begrenztheit und Fehler. Gott fragt auch heute: „Wo bist du?“ Fühle ich mich noch gehemmt? Oder bin ich schon bereit, mich in seine Nähe zu begeben? Versuche ich noch, mich zu verstecken? Oder bin ich bereit, ihm gegenüberzutreten? Gottes Anruf ereilt mich immer, wo auch immer ich stehe und gleich, ob er mir gelegen oder ungelegen kommt. (Pfarrer Stephan Fischbacher, Leiter des Pfarrverbands Waakirchen)


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