Berchtesgaden im Lockdown Gottesdienste trotz Corona-Maßnahmen

20.10.2020

Zwei Wochen wird das öffentliche Leben in Berchtesgaden komplett runtergefahren. Für die Einwohner eine Extremsituation. Wie reagiert die Kirche vor Ort?

Blick über Berchtesgaden mit Pfarrkirche St. Andreas und Stiftskirche St.Peter
Das öffentliche Leben in Berchtesgaden ist für zwei Wochen runtergefahren. © imago images / imagebroker

Berchtesgaden –  Der Erklärung zum Lockdown kam für ihn dann doch überraschend, sagt der Pfarrer des Pfarrverbands Stiftsland Berchtesgaden, Thomas Frauenlob, im Interview mit mk online. Seit Dienstag, 14 Uhr, ist das öffentliche Leben im Kreis Berchtesgadener Land nun heruntergefahren. Aufgrund der gestiegenen Corona-Zahlen gelten im gesamten Landkreis an der Grenze zu Österreich verschärfte Maßnahmen: Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen sind untersagt. Die Stimmung im Ort beschreibt Frauenlob trotzdem als gelassen: „Die meisten haben die Überzeugung, dass es jetzt notwendig ist, um der weiteren Ausweitung der Pandemie zu begegnen.“

Hygienekonzept für Gottesdienste wurde angepasst

Pfarrer Thomas Frauenlob ist froh, dass Gottesdienste weiter stattfinden dürfen. Sie sind explizit von den Beschränkungen ausgenommen. Ein Lockdown habe für die Menschen auch psychische Konsequenzen. Es wäre widersinnig, in so einer Zeit die Möglichkeit des gemeinsamen Betens vor Ort in einer Kirche unmöglich zu machen. Durch die Gelegenheit von Gottesdienstfeiern sei ein „Normalbetrieb“ weitestgehend möglich, so dass es nur kleine digitale Angebote geben wird. Auf der Homepage würden einige Downloads zur Verfügung gestellt, wie zum Beispiel ein Gottesdienst zu Sankt Martin, erklärt Frauenlob.

Damit der bestmögliche Schutz gewährleistet wird, ist das Hygienekonzept für die Gottesdienste verifiziert worden. So darf der Mund-Nasen-Schutz am Sitzplatz nicht abgenommen werden und auch auf den Gemeindegesang wird verzichtet. Alternativ werde die Kirchenmusik den Gottesdienst „würdig und abwechslungsreich“ gestalten, so Frauenlob. Auch für Allerheiligen ist der Pfarrverband vorbereitet. Die Gräbersegnung werde es an Allerheiligen geben, hält Frauenlob bestimmt fest. Um einen Menschenauflauf zu vermeiden, würde allerdings kein Zeitpunkt genannt werden. Auf der Homepage wird eine Andacht als Download zur Verfügung gestellt, die am Grab abgehalten werden kann. Außerdem wird es auch möglich sein, sich Weihwasser am Vormittag von Allerheiligen segnen zu lassen.

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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