Neuer Weihbischof für München Graf Stolberg von Kardinal Marx zum Bischof geweiht

10.12.2016

Im Münchner Liebfrauendom hat Kardinal Marx Rupert Graf zu Stolberg zum Bischof geweiht. Der neue Weihbischof für die Seelsorgsregion München ist mit seinem Aufgabengebiet bereits bestens vertraut.

Kardinal Marx legt Rupert Graf zu Stolberg die Hände auf und weiht ihn zum Bischof. © Kiderle

München – Kardinal Reinhard Marx hat am Samstag im Münchner Liebfrauendom seinen früheren Sekretär Rupert Graf zu Stolberg zum Bischof geweiht. Stolberg rief die Gläubigen in einer persönlichen Ansprache zum Ende des Festgottesdiensts dazu auf, sich mit ihm auf den Weg Gottes einzulassen. "Wo er uns hinführt, ist der beste Platz für uns." Er bedankte sich für das Vertrauen der Kirchenführung in ihn und betonte, dass er in den vergangenen Wochen seit seiner Ernennung durch Papst Franziskus "von vielen Gebeten getragen" worden sei.

Der 46 Jahre alte Stolberg erinnerte dabei an seinen eigenen Lebensweg, den er sich als junger Erwachsener ganz anders vorgestellt hätte. Denn obwohl er zunächst Maschinenbau und dann Medizin studieren wollte, habe ihn der Ruf Gottes zum Priestertum geführt und dann weiter vom Bischofssekretär zum Bischofsvikar für München.

Seit 2013 Bischofsvikar

Die Erzdiözese München und Freising hat mit Graf Stolberg wieder drei amtierende Weihbischöfe. An seinen Aufgaben und Zuständigkeiten ändert sich nichts. Als Bischofsvikar war Stolberg bereits seit 2013 für die Seelsorgsregion München zuständig, die zuvor von Weihbischof Engelbert Siebler (79) betreut worden war.

In seiner Predigt ging Marx auf die aktuelle gesellschaftliche Situation ein. Der Nervositätspegel sei gestiegen und die Unfähigkeit aufeinander zu hören, lasse nach. Solche Stimmungen führten zu unvernünftigen Urteilen, warnte der Kardinal. Doch habe es solche Stimmungen im Laufe der Jahrhunderte immer gegeben; bisweilen könnten sie auch zu Aufbrüchen führen. Ein Bischof habe in solch unruhigen Zeiten eine klare Orientierung zu behalten. Denn Aufgabe der Kirche sei es, bei allen Erregungen den Blick auf das Wesentliche zu richten und Besonnenheit zu zeigen.

Kardinal Marx überreicht Graf Stolberg den Bischofsstab des verstorbenen Weihbischofs Matthias Defregger. Stolbergs eigener Stab wird noch fertiggestellt.

Kein gemütliches Leben

An den neuen Weihbischof richtete Marx die Worte: "Arbeite mit mir für das Evangelium!" Bekanntlich sei Arbeit auch Mühe. Aber das Vertrauen sei da, "dass der Herr mit uns geht". Auch Jesus jammere nicht. Doch nicht nur für den Bischof, sondern für jeden Christen gelte es, nicht unterhalb seiner Berufung und Möglichkeiten zu bleiben. Keiner sei da, sich ein gemütliches Leben zu machen.

Der neue Weihbischof wurde in Salzburg geboren und wuchs in Passau auf. 2003 empfing er im Freisinger Mariendom die Priesterweihe. Nach seiner Kaplanszeit wurde er 2003 persönlicher Sekretär des Münchner Erzbischofs, Kardinal Friedrich Wetter, und im Anschluss auch bei dessen Nachfolger Marx. Als Titularbistum wurde Stolberg Sassura zugeteilt, eine erloschene frühchristliche Diözese in Nordafrika. Als Bischofsspruch hat sich Stolberg "Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit" gewählt. Diese werden im zweiten Timotheus-Brief des Apostels Paulus als göttliche Gaben bezeichnet.

Weihbischof Wolfgang Bischof, der für die Seelsorgsregion Süd im Erzbistum zuständig ist, segnet seinen neuen Amtskollegen Graf Stolberg.

Zwei Amtskollegen im Erzbistum

Im Interview mit der "Münchner Kirchenzeitung" hatte der Geistliche angekündigt, er wolle seine Aufgaben im Dialog mit allen Beteiligten bewältigen. "Ich sehe mich nicht als einen, der alles besser weiß." Sein Anliegen sei es, gemeinsam mit allen, die Verantwortung trügen, und mit den Gläubigen zusammen hinzuhören im Gebet, "wohin uns Christus führen will".

Neben Stolberg ist Bischof Wolfgang Bischof für die Seelsorgsregion Süd des Erzbistum zuständig und Bischof Bernhard Haßlberger für jene im Norden. Die Ernennung war Ende Oktober durch Papst Franziskus erfolgt. Zum Festgottesdienst waren Gläubige aus dem Erzbistum sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft gekommen.

Die Bischofsweihe ist nach der Diakonen- und Priesterweihe die höchste Stufe des Weihesakraments. Sie wurde vollzogen durch das Weihegebet und die Handauflegung aller anwesenden Bischöfe. Zum Ritus gehörte die Salbung mit Chrisam und die Überreichung des Evangelienbuchs sowie von Ring, Mitra und Stab. (ksc/KNA)

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