Sommerrätsel Münchner Kirchenzeitung Grenzgänger

20.07.2017

Das Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung fragt heuer nach unseren Nachbarbistümern. In dieser Woche sind wir in Landshut zu Gast: Dort trennt die Isar die gesuchte Diözese von der unseren, doch davon lassen sich die Landshuter wenig beeindrucken.

Nicole Freytag, Martin Härtl und Gabi Brinkmann (von links) von der Katholischen Jugendstelle Landshut sitzen genau an der malerischen Bistumsgrenze. © SMB/Basso-Ricci

Landshut – Festlich herausgeputzt ist die Landshuter Innenstadt, Girlanden mit bunten Wimpeln sind über die Straßen gespannt, die Häuser sind mit wehenden Fahnen und Kränzen geschmückt. Am Sonntag wird hier wieder der historische Zug der Landshuter Hochzeit an tausenden Neugierigen aus Nah und Fern mit großem „Hallo!“ vorbeiziehen. Dabei war die Stadt damals, als Bayernherzog Georg der Reiche 1475 seine Braut Hedwig, Tochter des polnischen Königs, heiratete, für unser Sommerrätsel noch gar nicht interessant: gehörte sie doch zum einflussreichen Erzbistum Salzburg.

Mehr als 500 Jahre später teilen sich nun aber zwei bayerische Bistümer das prächtige Landshut. Mitten durch die Innenstadt läuft an der Isar entlang die Grenze zwischen der Erzdiözese München und Freising und dem Bistum, das wir in dieser Rästel-Folge suchen.

Hart "umkämpfte" Stadt

Fest auf heimischem Bistumsgrund steht die Basilika St. Martin, wo ich Stiftspropst Franz Joseph Baur treffe. Mit einem Augenzwinkern verrät er, dass die Stadt früher hart „umkämpft“ war. Als Weihbischof im Erzbistum München und Freising wollte etwa Michael Buchberger Landshut immer ganz nach München und Freising holen. Als er dann 1928 zum Bischof des gesuchten Nachbarbistums wurde, habe er davon aber nichts mehr wissen wollen. „Und noch vor gut 60 Jahren soll der Pfarrer von St. Nikola im Nachbarbistum jeden Sonntag auf der Brücke gestanden haben, um zu schauen, welche seiner Schäfchen zum Gottesdienst nach St. Martin gehen.“

Heute gehören diese Geschichten der Vergangenheit an, und Stiftspropst Baur freut sich über ein „harmonisches Miteinander“. „Wo gibt es schon eine bistumsübergreifende Fronleichnamsprozession?“, fragt er. Diese führt von St. Martin über die Isar in die Zisterzienserinnenabtei Seligenthal, und Seelsorger wie Gläubige aus beiden Diözesen nehmen daran teil. Auch viele kirchliche Einrichtungen sind für beide Diözesen zuständig, wie der Katholikenrat, die Caritas, das Christliche Bildungswerk oder die Jugendstelle.

Fototermin am Isarspitz

Letztere will ich genauer kennen lernen und nähere mich dafür risikofreudig der Bistumsgrenze. Einer ziemlich malerischen Grenze, wie ich zugeben muss. Von Westen kommend, spaltet sich der „Grenzfluss“ mitten in der Stadt in die Isar, entlang dem Gestade mit seinen historischen Fassaden, und die recht idyllische kleine Isar, der die Bistumsgrenze dann folgt. Genau hier am Inselspitz auf dem Steg am Ludwigswehr, der die beiden Bistümer wie viele der anderen Landshuter Brücken verbindet, warten die Jugendpfleger der Katholischen Jugendstelle Landshut auf mich: Gabi Brinkmann und Nicole Freytag, die von unserem gesuchten Bistum angestellt sind, und Martin Härtl, seit April für München und Freising im Team. Für die MK haben die drei einen kleinen Ausflug gemacht, um „zwischen den beiden Diözesen“ für ein Foto zu posieren.

Danach geht es endgültig in das Bistum, das es diesmal zu erraten gilt. Im Konradviertel liegt dort heute die Jugendstelle. 1968 wurde sie eingerichtet, damals schon mit einem Auftrag für beide Diözesen und heute für fünf Dekanate zuständig: zwei im Erzbistum München und Freising, drei im angrenzenden. Doch bis auf die Aufteilung der Büros in den einladenen Räumen der Einrichtung ist hier von einer Trennung nichts zu spüren. „Wir verstehen uns einfach als Landshuter und als ein Team“, betont Härtl. Auch die meisten Angebote sind bistumsübergreifend vom Gottesdienst im Kino bis zur Gruppenleiterausbildung.

Segensreiche Nachbarschaft

Die Doppelrolle sei sogar Segen, beschere sie der Landshuter Jugendstelle doch mehr Personal als anderen: „Das kommt zu 100 Prozent den Jugendlichen zugute. Wir können besser auf ihren Bedarf reagieren und es bleibt Zeit für überregionale Arbeit, wie etwa in der Steuerungsgruppe für die internationale Minstrantenwallfahrt 2018 nach Rom“, erläutert Freytag.

Und die Jugendlichen selbst? „Die sind ganz pragmatisch: Wenn die Bistümer unterschiedliche Regelungen haben, zum Beispiel bei der Frage, ob auch ein Laie geistlicher Leiter eines Verbandes werden kann, dann suchen sie einfach die für sie passende Satzung heraus“, weiß Brinkmann. Dadurch setzten sich die Jugendlichen früh mit kirchlichen und politischen Strukturen auseinander und lernten, ihre eigene Meinung zu vertreten.

Und natürlich wird ohne Rücksicht auf Bistumszugehörigkeit gemeinsam gefeiert oder die Zeltlagerfahne geklaut. Auch die Liebe lässt sich von der Diözesangrenze mitten durch die Stadt wenig beeindrucken. „Diesbezüglich sind es doch einfach junge Leute, egal, woher sie stammen“, lachen die drei. Mehr als eine bistumsübergreifende Landshuter Hochzeit hat das Jugendstellen-Team schon erlebt. (Karin Basso-Ricci)

 

Das Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung blickt heuer über die Bistumsgrenzen hinaus. Gesucht werden die drei bayerischen und die drei österreichischen Diözesen, die unmittelbar an das Erzbistum München und Freising grenzen. Spannende Reportagen über interessante Personen und Begebenheiten aus Geschichte und Gegenwart helfen Ihnen, Woche für Woche die richtige Lösung zu erraten. Zu jeder Folge verlosen wir einen Büchergutschein im Wert von 50 Euro und zwei weitere im Wert von je 25 Euro. Dazu ein Dual-DAB+-Radiogerät, mit dem Sie auch das Münchner Kirchenradio digital bestens empfangen können. Am Ende wird aus allen richtigen Einsendungen der Hauptpreis gezogen: eine dreitägige Busreise für zwei Personen zu den Wirkungsstätten des heiligen Nikolaus von Flüe in der Schweiz mit unserem bewährten Rätsel-Partner, dem Bayerischen Pilgerbüro.

Bitte schicken Sie die richtige Lösung bis Donnerstag, 3. August, an folgende Adresse: redaktion@muenchner-kirchenzeitung.de

Dieser Artikel gehört zum Thema Sommerrätsel 2017

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