Klostergärtnerei Gars am Inn Größte Weihnachtssternzucht unter Bayerns Klostergärtnereien

01.12.2019

Rund 3.500 Stück der weihnachtlichen Zierpflanze werden in Gars jährlich gezogen. In der Pflege sind die ursprünglich exotischen Weihnachtssterne kleine Sensibelchen.

Rund 3500 Weihnachtssterne werden in der Klostergärtnerei Gars jedes Jahr gezogen.
Rund 3500 Weihnachtssterne werden in der Klostergärtnerei Gars jedes Jahr gezogen. © smb/Huckemeyer

Gars – In der Klostergärtnerei sehen sie jetzt alle rot. Kunden genauso wie Angestellte. Aber nicht, weil es irgendein Problem gibt. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Staunend stehen die Besucher der Gärtnerei vor einem Meer aus leuchtend roten Weihnachtssternen. Rund 3.500 Stück dieser beliebten Zierpflanze werden in Gars jedes Jahr herangezogen. „Das ist der größte Bestand, den es bayernweit in einer Klostergärtnerei gibt“, freut sich Bruder Ulrich, Seniorchef des Unternehmens.

Damit sich die Blumenpracht so richtig entfalten kann, startet für das Team der Klostergärtnerei die Weihnachtssaison schon im Sommer. Bereits um den Monat Juni herum kauft Julius Kagerer, Chef der Gärtnerei, bewurzelte Stecklinge die aus einem Spezialbetrieb stammen. Von da an werden die Winzlinge in der Klostergärtnerei gehegt und gepflegt, damit sie pünktlich zur Adventszeit in voller Blüte stehen – obwohl das mit der Blüte so eine Sache ist.

Unscheinbare Blüte

Die eigentlichen Blüten eines Weihnachtssterns sind grün-gelblich und relativ unscheinbar. Auf die farbigen Hochblätter kommt es nämlich an, die die Pflanze zu dem machen, was sie ist: Eine ganz besondere Erscheinung. Wie Bruder Ulrich erzählt, erlangten die Weihnachtssterne, die ursprünglich in tropischen Gebieten beheimatet sind, erst vor rund 60 Jahren auch in unserer Gegend eine gewisse Popularität. Mittlerweile sind sie in deutschen Wohnzimmern zum schönsten Fest des Jahres kaum mehr wegzudenken.

Die roten Topfpflanzen gehen von Mitte November bis zum Heiligen Abend weg wie die warmen Semmeln. Daher bietet die Klostergärtnerei auch etwa 95 Prozent der Weihnachtssterne in sattem Rot an. Andere Farben wie cremeweiß oder lachsrosa sowie ein Farbmix kommen insgesamt weniger zum Zug. Das Team der Gärtnerei zieht die stimmungsvolle Kultpflanze in verschiedenen Größen heran. Der Klassiker ist der rote Stern in der Standardgröße von rund 30 cm. Kleinere und größere Weihnachtssterne sowie Hochstämme gehören jedoch auch zur Vielfalt des Hauses. Vor wenigen Jahren galt die rote Winterrose als Renner in der Weihnachtszeit. Diese Züchtung bezeichnet Bruder Ulrich als Zufallsprodukt, die sich letztendlich nicht durchsetzte.

Der Weihnachtsstern ist beliebt bei Jung und Alt.
Der Weihnachtsstern ist beliebt bei Jung und Alt. © smb/Huckemeyer

Sensibler Liebesgruß

Der Weihnachtsstern ist in Sachen Pflege ein kleines "Sensibelchen". Er mag es hell und warm, steht aber nicht auf direkte Sonneneinstrahlung. Mäßiges Gießen gefällt ihm ebenfalls. Bei Kälte und Zugluft hingegen grämt sich die Zierpflanze und wirft ihre Blätter ab. „Wer alles richtig macht, kann sich an unserem Weihnachtsstern bis in den Sommer hinein erfreuen“, weiß Bruder Ulrich aus langjähriger Erfahrung.

Übrigens werden in Frankreich und in den USA Weihnachtssterne gerne als Liebesgruß verschickt. Vielleicht macht sich der eine oder andere Weihnachtsstern aus Gars in diesem Jahr ebenfalls als Liebesbote auf die Reise. Das Christkind jedenfalls hätte bestimmt nichts dagegen. (Ursula Huckemeyer)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten

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