Millionenschaden Großbrand in Kloster Rottenbuch

19.09.2018

Hoher Schaden, Ursache unklar - 300 Feuerwehrleute, unterstützt durch Anwohner, waren die ganze Nacht im Einsatz, um den Brand zu löschen. Demnächst hätten dort mehrere Bildungseinrichtungen einziehen sollen. Die Betreiber sind entsetzt und enttäuscht.

Das Obergeschoss des Klosters ist völlig ausgebrannt.
Das Obergeschoss des Klosters ist völlig ausgebrannt. © Wahl-Geiger

Rottenbuch – Im oberbayerischen Kloster Rottenbuch hat es am Dienstagabend einen Großbrand gegeben. Rund 300 Feuerwehrleute, unterstützt durch Anwohner, waren die ganze Nacht im Einsatz, um den brennenden Dachstuhl eines Seitenarms der Anlage zu löschen. Die Kripo Weilheim ermittelt. Bisher gibt es laut Polizei keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung. Kurz vor dem Ausbruch des Feuers war ein heftiges Gewitter über den Ort gezogen. Der Schaden beläuft sich auf schätzungsweise mehrere Millionen Euro. Im Kloster wurden seit Jahren Umbauarbeiten durchgeführt. Am heutigen Mittwoch wird nach Polizeiangaben das komplette obere Stockwerk des Gebäudes abgerissen.

„Wieder bei Null anfangen“

Wie der Bayerische Rundfunk meldete, war das denkmalgeschützte Haus in den vergangenen zwei Jahren für zwölf Millionen Euro saniert worden. Die Bauarbeiten seien kurz vor der Fertigstellung gestanden. Demnächst hätten eine Schule, eine Heilpädagogische Tagesstätte und eine Ausbildungsstätte für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen einziehen sollen. Sie wurden bis 2009 von Don Bosco Schwestern und seither von der Regens-Wagner-Stiftung betrieben. Das Gebäude im Klosterhof wurde 1750 errichtet und beherbergte ursprünglich eine Brauerei. „Das Entsetzen und die Enttäuschung sind riesig groß“, so der Vorstandsvorsitzender der Regens-Wagner-Stiftung, Pfarrer Rainer Remmele, im Interview mit dem Münchner Kirchenradio. Sie hätten darauf hingefiebert die neuen Räume zu beziehen und den Schulbetrieb aufzunehmen. Mit den Löscharbeiten und dem Abtragen des Dachstuhls würde wieder bei Null angefangen, schätzt Remmele die Situation ein. Im nächsten Schritt müsste sich um ein interbeständiges Dach gekümmert werden, damit die Bausubstanz gesichert ist.

Das vollständige Interview mit Pfarrer Rainer Remmele von der Regens-Wagner-Stiftung war in der Sendung „München am Mittag“ im Münchner Kirchenradio zu hören. Hier finden Sie den Podcast.

Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift im Pfaffenwinkel zählt zu den markantesten Klosteranlagen Bayerns. Die ursprünglich romanische Kirche wurde im 18. Jahrhundert barockisiert und erhielt eine Rokoko-Innenausstattung durch Meister der Wessobrunner Stuckwerkstatt. Bekannt darin sind vor allem die vielen musizierenden Engel. (kna)

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