Weltfriedenstreffen Große Kraft der Religionen für den Frieden

13.09.2017

In Münster und Osnabrück haben Vertreter der Weltreligionen über neue "Wege des Friedens" gesprochen. Wieso der regelmäßige Friedens-Dialog so wichtig ist, erklärt Klaus Reder von Sant'Egidio.

Abschluss-Kundgebung beim Weltfriedenstreffen in Osnabrück © Sant'Egidio

Münster/Osnabrück - Mit einer Absage an Krieg, Terrorismus und religiös begründete Gewalt ist das Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft Sant'Egidio zu Ende gegangen. Vertreter von Kirchen und Religionen fordern in einem am Dienstagabend in Osnabrück verlesenen Appell "eine neue Bewegung des Dialogs“.

Das Weltfriedenstreffen habe gezeigt, dass es keinen Anlass für Resignation gebe, sagte der Vorsitzende von Sant’Egidio in Deutschland, Klaus Reder. „Der Dialog ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, um Frieden voranzubringen“. Dabei spielten die Religionen eine wichtige Rolle, betont Reder im Interview mit dem Münchner Kirchenradio. Sie hätten eine große Kraft für den Frieden. Die Politik habe in Münster und Osnabrück erkannt, dass man gemeinsam einiges voranbringen könne. Zwar gebe es viele Trittbrettfahrer, die die Religion für Krieg und Gewalt missbrauchen. Die Religionsvertreter hätten beim Friedenstreffen aber klar betont, dass jeder in seiner Religion Verbesserungen auf den Weg bringen muss, um den Missbrauch einzudämmen, so Reder weiter.

Gemeinschaft Sant'Egidio
Die katholische Bewegung Sant'Egidio widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten sowie dem Dialog der Religionen. Wegen ihrer vielfältigen informellen Kontakte zu Politikern und Kirchenführern konnte die Vereinigung in mehreren bewaffneten Konflikten vermitteln. Ihre größte diplomatische Leistung ist der "Friedensvertrag von Rom", mit dem 1992 der 15-jährige Bürgerkrieg in Mosambik beendet wurde. Besonders widmet sich die Gemeinschaft der Fortsetzung des Weltfriedensgebets von Assisi. Papst Johannes Paul II. hatte dort 1986 erstmals Religionsführer aus aller Welt zu einem Treffen zusammengerufen. Seither veranstaltet Sant'Egidio jährlich Folgetreffen. Die Zusammenkunft in Münster und Osnabrück war das dritte Weltfriedenstreffen in Deutschland nach Aachen 2003 und München 2011. Das nächste Treffen soll im italienischen Bologna stattfinden. (ph/kna)

Als hoffnungsvoll bezeichnete der Sant’Egidio Vertreter die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Friedenstreffen, sich für humanitäre Korridore in Afrika einsetzen zu wollen. Das sei die einzige Chance, den Menschen einen sicheren Weg nach Europa zu ermöglichen. Reder betonte aber auch, dass etwas vor Ort für die Menschen getan werden müsse. In den Dialogforen hätten sich die Religionsvertreter bereit erklärt, daran mitzuarbeiten, dass sich die Situation in den armen Ländern verbessert. Zahlreiche weitere Gespräche seien unter den Teilnehmern vereinbart worden. Sant’Egidio selber begleite zurzeit an 50 verschiedenen Orten der Welt Friedensverhandlungen. Erfolge wie zuletzt in Kolumbien zeigten, dass es sinnvoll sei, den Weg des Dialogs in der Hoffnung gemeinsam weiterzugehen, so Reder.

Audio

Interview mit Klaus Reder zum Friedenstreffen

Münchner Kirchenradio

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Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de

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