Requiem Großer Abschied von Pfarrer Albert Bauernfeind

03.07.2018

Pfarrverband Fürstenfeld und viele Weggefährten nahmen am vergangenen Montag Abschied von Pfarrer Albert Bauernfeind.

Albert Bauernfeind ist im Alter von 64 Jahren verstorben.
Albert Bauernfeind ist im Alter von 64 Jahren verstorben. © Kiderle

Fürstenfeldbruck – Viele Bilder von Gottesdiensten, Segnungen und Festen, kleine Texte zur Erinnerung und viele gute Wünsche klebten Menschen aus dem Pfarrverband (PV) Fürstenfeld in das Abschiedsbuch für ihren Pfarrer Albert Bauernfeind. Persönlich verabschieden konnte sich der PV nicht mehr, der kritische Zustand nach der Operation im Dezember 2017 ließ das nicht zu. Das Buch sollte ein kleiner Ersatz dafür sein. Es hat Albert Bauernfeind nicht mehr erreicht. Er starb am 26. Juni nach monatelanger schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren.

Aufmerksamer Seelsorger

Das Requiem mit Weihbischof Bernhard Haßlberger war nun der große Abschied von dem beliebten Pfarrer und Dekan. Viele hundert Menschen aus seinem PV Fürstenfeld, aus seiner früheren Pfarrei in Eichenau, Freunde und Weggefährten aus seiner Zeit als Kaplan und Jugendpfarrer kamen in der Klosterkirche Fürstenfeld zusammen, um in einem österlichen Gottesdienst an Bauernfeind zu erinnern und Dank zu sagen für sein Wirken. „Es ging ihm immer um die Menschen“, sagte Weihbischof Haßlberger in seiner Predigt. Er sei ein aufmerksamer Seelsorger gewesen, der gerade auch Menschen in schwierigen Lebenslagen begleitete. Ihnen die frohmachende Botschaft des Evangeliums zu bringen und den Glauben an einen treuen, liebenden Gott zu vermitteln, sei sein großes Anliegen gewesen.

Kritischer Geist und treuer Diener der Kirche

Bauernfeind war leidenschaftlicher Priester und Seelsorger, nah an den Menschen, wortgewaltig, begeistert von Kunst und Musik. Er schöpfte aus einer tiefen Spiritualität. Für seine Vorgesetzten war er oft unbequem. Die Entpflichtung als Münchner Stadtjugendpfarrer nach einem Interview zur kirchlichen Sexuallehre war eine schwere Enttäuschung für ihn. Ein kritischer Geist ist er geblieben, ein treuer Diener der Kirche, der konsequent seinen Weg ging und Konflikte nicht scheute. Viele Jahre wirkte er als Pfarrer in Eichenau und hinterließ eine lebendige und selbstbewusste Gemeinde, als er 2010 nach Fürstenfeldbruck wechselte. Als Dekan und Leiter des PV Fürstenfeld bezog er Stellung, sprach sich für das Weiheamt für Frauen aus und sah in der Abschaffung des Zölibats eine Möglichkeit, dem Priestermangel zu begegnen. Er ermutigte zum Engagement für Flüchtlinge, forderte eine menschenwürdige Behandlung für sie und gewährte in seinem Pfarrhaus Kirchenasyl. Eine besondere Nähe pflegte er zu den Mitarbeitern der Caritas und unterstützte sie in ihrem Engagement für Benachteiligte. Kirche war für Bauernfeind immer auch Caritas. Er war einer der wenigen Priester, der im Hochgebet explizit für die Menschen im Dienst der Caritas betete.

Impulse für Ökumene

Albert Bauernfeind hat Spuren hinterlassen. Er bemühte sich besonders um Menschen, die sich von der Kirche entfernt haben. Er nahm sich etwa viel Zeit für Traugespräche, gerade dann, wenn ein Paar wenig Zugang zum Glauben hatte, und er bemühte sich um Eltern, die ihr Kind zwar taufen lassen wollten, selbst aber nicht der Kirche angehörten. In der Frage der Zulassung von Wiederverheirateten zum Tisch des Herrn ermutigte er Ehelpaare, sich zu prüfen und dann nach ihrem Gewissen zu handeln. Seine Freundschaft mit dem evangelischen Dekan Stefan Reimers gab der Ökumene im Landkreis Fürstenfeldbruck wichtige Impulse. Er engagierte sich für einen regionalen Ökumenischen Kirchentag und initiierte 2017 in der Klosterkirche das Gedenken an 500 Jahre Reformation.

Eine besondere Anstrengung war für Bauernfeind der Aufbau des PV Fürstenfeld. Er machte die Klosterkirche zur neuen geistlichen Heimat aller Pfarreien. Gegen manche Widerstände wurde er nicht müde, die Gemeinschaft in der neuen Struktur zu betonen und immer wieder auf Christus als ihre Mitte hinzuweisen. Beim Requiem waren die Gläubigen vereint in ihrer Trauer und ihrer Dankbarkeit für Bauernfeinds Wirken. (Adelheid Utters-Adam)


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