Nachprimiz in der Theatinerkirche St. Kajetan Großes Interesse am Segen des Neupriesters

15.07.2019

Mit einer festlichen Messe in Latein hat Neupriester Jaime-Pasqual Hannig seine Nachprimiz gefeiert. Mehrere hundert Menschen sind in die Theatinerkirche St. Katejan in München gekommen.

Der Neupriester Jaime-Pasqual Hannig beim allgemeinen Schlusssegen
Der Neupriester Jaime-Pasqual Hannig beim allgemeinen Schlusssegen © Riffert

München – Feierlich ist der Einzug in der Theatinerkirche St. Kajetan beim lateinischen Hochamt um 10:30 Uhr. Die Konzelebranten ziehen mit Weihrauch und dem Chor ein, der den gregorianischen Introitus singt und nach der gemeinsamen Kniebeuge vor dem Altar nach rechts abbiegt. Wer diesen Gottesdienst regelmäßig besucht, der schätzt die traditionelle Liturgie ohne „Zeitgeist“. Genau diesen Gottesdienst hat sich Neupriester Jaime-Pasqual Hannig als Ort einer seiner Nachprimizen gewünscht. In St. Kajetan hat er während seines Theologiestudiums regelmäßig ministriert und sich hier ausgeprochen wohl gefühlt. „Deshalb wollte ich hier, in meiner geistigen Heimat, Nachprimiz feiern“, erklärt er zu Beginn der Eucharistiefeier. In kurzen, persönlichen Sätzen bittet er die versammelte Gemeinde um ihr Gebet für ihn, damit er als Priester die Botschaft von Jesus Christus vermitteln könne. Dabei zitiert er auch den emeritierten Papst Benedikt in dessen Predigt bei der heiligen Messe zur Amtseinführung: „Betet für mich, dass ich nicht furchtsam vor den Wölfen fliehe.“

Vom Mesner zum Priester

Jaime-Pasqual Hannig stammt aus Falkenberg in der Oberpfalz. Sein Elternhaus steht nicht weit von der Pfarrkirche entfernt und der Jugendliche ist aktiv in der Kolpingsfamilie. 1995 kommt er nach der nach der Mittleren Reife nach München, um hier seinen Zivildienst im Perlacher Krankenhaus abzuleisten. Die Großstadt gefällt ihm, doch die Sehnsucht nach einem Leben für die Kirche ist weiter da. So entscheidet er sich für den Besuch der überdiözesanen Mesnerschule in Freising. Anschließend tritt er eine Stelle in der Neuhauser Pfarrei St. Vinzenz an. Mit damals 20 Jahren ist er der jüngste Mesner der Erzdiözese. „Ich mochte es, die Gottesdienste vorzubereiten, mich um die Paramente, den Blumenschmuck und die Kirche zu kümmern“, berichtet er. Doch er fühlt sich zum priesterlichen Dienst berufen, auch wenn er weiß, dass er dafür viel nachlernen muss. Der 41-Jährige schafft das Philosophie- und Theologiestudium, belegt im Freijahr sogar zwei Semester Islamwissenschaften in Tübingen, durchläuft seinen zweijährigen Pastoralkurs in der Stadtteilkirche Rosenheim Am Wasen. Am 29. Juni hat er die Priesterweihe empfangen.

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Der Neupriester Jaime-Pasqual Hannig beim Einzelsegen nach der Messe, den sich hunderte Gottesdienstbesucher geben ließen.
Der Neupriester Jaime-Pasqual Hannig beim Einzelsegen nach der Messe, den sich hunderte Gottesdienstbesucher geben ließen. © Riffert

Kritik an „Supermarkt der Weltanschauungen“

Die Predigt in St. Kajetan hält Professor Anselm Ramelow, der an der Dominikaner-Hochschule im kalifornischen Berkeley die philosophische Fakultät leitet. Der Ordenspriester wendet sich gegen einen heut zu Tage oft anzutreffenden „Supermarkt der Weltanschauungen“, bei dem jeder sich das herauspicke, was ihm gerade gefalle, um „Selbsterlösung“ zu betreiben. „Nur Jesus kann uns helfen, niemand sonst.“ Im Hinblick auf den Neupriester Hannig legte Ramelow dar, dass dieser nun „einer derjenigen sei, von dem Jesu Kraft ausgeht.“ Der Priester sei durch die Sakramente Mittler zwischen Gott und den Menschen. So könne auch Hannig positiv ausstrahlend, heilend und ohne Angst vor Verunreinigung wirken.

Primizsegen ist etwas Außergewöhnliches

Die Eucharistiefeier schließt mit einem allgemeinen Primizsegen, dem viele individuelle Segnungen folgen. Mehrere hundert Gottesdienstbesucher warten geduldig, bis sie an der Reihe sind, um im hinteren Bereich der Kirche kniend den Segen des Neupriesters zu empfangen. Hannig nimmt sich dabei Zeit, spricht mit den Menschen und segnet jede und jeden sehr konzentriert und freundlich. Man sieht Jaime-Pasqual Hannig deutlich an, dass er diesen Dienst sehr gerne ausübt. Es passt zu seiner Auffassung, dass der Glaube zeitlos sei. Vorne hat längst der nächste Gottesdienst begonnen, doch die Schlange derer, die den Segen für sich erbitten, reißt nicht ab. Ein Primizsegen ist heute etwas Außergewöhnliches. Am 21. Juli können ihn auch die Rosenheimer im Rahmen einer weiteren Nachprimiz empfangen. Am 1. September beginnt schließlich Hannigs Dienst als Kaplan in der Pfarrei St. Andreas in Wolfratshausen und damit auch sein priesterlicher Berufsalltag. (Gabriele Riffert)

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